Kurzskalen psychologischer Merkmale

Tabelle 3: Validitätskoeffizienten der SOP2

Stichprobe 1

Stichprobe 2

Stichprobe 3

Optimismus-PessimismusLOT-R.68**
Soziodemogr. VariablenAlter-.03.19**-.07*
Geschlecht-.02.05.02
Einkommen.21**.18**
Bildung: Schuljahre.17**.04.16**
Bildung: Bücher.13**.19**
Einschätzung ZukunftALLBUS 2010.21**
ZufriedenheitLeben.58**.50**.46**
Arbeit.28**
Partner.26**
Gesundheit.35**
Gesundheitsstatusphysisch-.30**
psychisch-.38**
SelbstkonzeptSelbstwirksamkeit.43**
Selbstwert.55**
PersönlichkeitNeurozitismus-.42**-.43**-.38**
Extraversion.49**.33**.34**
Offenheit.32**.12**.23**
Verträglichkeit.19**.09*.25**
Gewissenhaftigkeit.26**.21**.23**

Anmerkung: LOT-R = Life Orientation Test-Revised. ALLBUS 2010 = Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften, Jahr 2010. Das verwendete Item aus dem ALLBUS wurde umkodiert. ¹ N = 539 in Welle 1, ² N = 741, ³ N = 1134. * = p < .05, ** = p < .01.

Tabelle 3: Validitätskoeffizienten der SOP2

Stichprobe 1
(N = 539)

Stichprobe 2
(N = 741)

Stichprobe 3
(N = 1134)

Optimismus-PessimismusLOT-R.68**
Soziodemographische VariablenAlter-.03.19**-.07*
Geschlecht-.02.05.02
Einkommen.21**.18**
Bildung: Schuljahre.17**.04.16**
Bildung: Bücher.13**.19**
Einschätzung ZukunftALLBUS 2010.21**
ZufriedenheitLeben.58**.50**.46**
Arbeit.28**
Partner.26**
Gesundheit.35**
Gesundheitsstatusphysisch-.30**
psychisch-.38**
SelbstkonzeptSelbstwirksamkeit.43**
Selbstwert.55**
PersönlichkeitNeurozitismus-.42**-.43**-.38**
Extraversion.49**.33**.34**
Offenheit.32**.12**.23**
Verträglichkeit.19**.09*.25**
Gewissenhaftigkeit.26**.21**.23**

Anmerkung: LOT-R = Life Orientation Test-Revised. ALLBUS 2010 = Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften, Jahr 2010. Das verwendete Item aus dem ALLBUS wurde umkodiert. * = p < .05, ** = p < .01.

Gütekriterien

Objektivität

Unter Objektivität wird der Grad verstanden, in dem eine Messung unabhängig vom Untersucher ist (vgl. Lienert & Raatz, 1998). Diese bezieht sich auf verschiedene Phasen einer Untersuchung: Durchführung, Auswertung und Interpretation. Im Falle eines Face-to-face-Interviews hängt die Durchführungsobjektivität von dem Interviewer ab, der die Daten erhebt. Sie ist gegeben, wenn dieser sich bei der Vorgabe der Skala an die genauen Instruktionen und den Wortlaut der Items hält. Bei entsprechend geschulten Interviewern ist die Durchführungsobjektivität üblicherweise gewährleistet (Rammstedt, 2010b). Auswertungsobjektivität betrifft die numerische und kategoriale Auswertung des Antwortverhaltens der Befragten nach festgelegten Regeln (vgl. Lienert & Raatz, 1998). Diese ist bei der R-1 gegeben, da aufgrund des Einzelitems die Itemrohwerte mit den Skalenwerten identisch sind. Interpretationsobjektivität ist gegeben, wenn die aus den Befragungsergebnissen gezogenen Schlüsse über verschiedene Forscher vergleichbar sind. Zur Maximierung der Interpretationsobjektivität sollte das Wissen der Forscher über die Messintention der Skala und über die Interpretation der quantitativen Messwerte vergleichbar sein (Rammstedt, 2010b). Durch die Standardisierung der Auswertung und die Zuweisung eines numerischen Messwerts, der die Ausprägung der Befragungsperson in Bezug auf die Risikobereitschaft beschreibt (siehe unten: Befunde zur Validität), kann auch die Interpretationsobjektivität der R-1 als gegeben angesehen werden.

Reliabilität

Unter der Reliabilität oder Messgenauigkeit einer Skala versteht man den Grad der Genauigkeit, mit dem ein bestimmtes Merkmal erfasst wird (vgl. Lienert & Raatz, 1998). Da es sich bei der R-1 um eine Einzelitem-Skala handelt, können Methoden der Reliabilitätsschätzung, welche für Multi-Item-Skalen üblich sind, mehrheitlich nicht angewendet werden. Lediglich die Retest-Methode („Stabilität“) ist ebenfalls für Single-Item-Skala einsetzbar. Zur Bestimmung der Reliabilität mittels der Retest-Methode werden in der Regel die Messwertereihen aus zwei Wellen korreliert (Schermelleh-Engel & Werner, 2012). Eine Reliabilitätsschätzung für die R-1 erfolgte auf der Basis der Messwiederholungsdaten aus Welle 1 und 2 von Stichprobe 1. Der Erhebungsmodus wurde über die Wellen hinweg konstant gehalten. Die Stabilität der R-1 liegt bei einem durchschnittlichen Retest-Intervall von 6 Wochen bei r(tt)= .74 (p < .001, n = 126; CAPI-Modus in beiden Wellen). Dieses Ergebnis ist vergleichbar mit früheren Befunden, die in der Literatur für alternative Maße der Risikobereitschaft berichtet werden.

Validität

Inhaltliche Validität

Eine Skala ist inhaltlich valide, wenn ein Item das zu messende Konstrukt wirklich bzw. hinreichend präzise abbildet (Bühner, 2011). Eine empirische Prüfung der Inhaltsvalidität ist meist nicht möglich. Um zu überprüfen, ob ein Verfahren inhaltlich valide ist, wird üblicherweise dessen Konstruktion detailliert beleuchtet (Rammstedt, 2010b). Die inhaltliche Validität ist gegeben, wenn das zu messende Konstrukt a priori hinreichend definiert und die Items von einem Expertengremium im Hinblick auf ihre Gültigkeit beurteilt werden. Die inhaltliche Validität der R-1 wurde sichergestellt, indem die Formulierung des Einzelitems eng an der Definition des Konstrukts orientiert war. Darüber hinaus ergab der kognitive Pretest, dass die Befragungspersonen das Item im Sinne der theoretischen Konzeption verstanden haben.

Konstruktvalidität

Konstruktvalidität ist gegeben, wenn sich der Messwert einer Skala als Indikator für das Merkmal eignet, das mit der Skala gemessen werden soll. Die Eignung wird daran beurteilt, wie gut sich die Skala im Hinblick auf Hypothesen, die sich aus dem Modell des zu erfassenden Merkmals ableiten lassen, empirisch bewährt. Bei der Konstruktvalidierung werden anhand theoretischer Überlegungen positive, negative und Nullbeziehungen einer zu validierenden Skala mit anderen empirischen Indikatoren postuliert (nomologisches Netzwerk) und getestet, ob sich das vorhergesagte Muster empirisch belegen lässt (Krohne & Hock, 2007). Dabei wird häufig zwischen der konvergenten und der diskriminanten Validität eines Messinstruments unterschieden (Moosbrugger & Kelava, 2012): Die konvergente Validität bezieht sich auf den Grad der Übereinstimmung mit Ergebnissen von Messinstrumenten, welche das gleiche Merkmal messen. Die diskriminante Validität spiegelt die Annahme wider, dass das Messinstrument das zu messende Merkmal erfasst und nicht ein anderes Konstrukt. Im Rahmen der konvergenten Validierung der R-1 wurde die Korrelation mit der Dimension „Risikobereitschaft/Sensation Seeking“ der UPPS ermittelt. Darüber hinaus wurde der Zusammenhang der R-1 mit der Big-Five-Persönlichkeitsdimension „Extraversion“ untersucht. Anschließend wurde versucht, weitere aus der Fachliteratur bekannte typische Korrelate der Risikobereitschaft mit der R-1 zu replizieren (siehe Tabelle 3). Die praktische Bedeutsamkeit der im Folgenden berichteten empirisch ermittelten Validitätskoeffizienten (d.h.bivariate Produkt-Moment-Korrelationen) aus den Stichproben 1, 2 und 3 wird nach den Richtlinien von Cohen (1992) vorgenommen: kleiner Effekt (r = .10), mittlere Effekt (r = .30), starker Effekt (r = .50).

Erwartungsgemäß zeigte sich im Sinne der konvergenten Validität eine hohe positive Korrelation der R-1 mit der Dimension „Risikobereitschaft/Sensation Seeking“ der deutschen Version der UPPS von Keye et al. (2009; r = .57, p < .001). Darüber hinaus wurde für die konvergente Validierung die Skala Impulsives-Verhalten-8 (I-8) von Kovaleva, Beierlein, Kemper und Rammstedt (2012) herangezogen. Auch mit dieser Skala ergaben sich die erwarteten Zusammenhänge: Die R-1 korrelierte am höchsten mit der Impulsivitätsdimension „Sensation Seeking“ (r = .69 bis r = .77, p < .001).

Den Annahmen von Costa und McCrae (1992) sowie Whiteside und Lynam (2001) entsprechend teilte die Risikobereitschaft in den drei Studien einen substanziellen Anteil gemeinsamer Varianz mit der Big-Five-Dimension Extraversion (r = .28 bis r = .42, p < .001). Insgesamt zeigte sich im Hinblick auf die Big-Five-Persönlichkeitsdimensionen, dass sich extravertierte, emotional stabile und offene Menschen in den Studien auch häufiger als risikobereit beschrieben. Dies stimmt mit bisherigen Ergebnissen zu den Korrelaten der Risikobereitschaft überein (z.B. Kovaleva et al., 2012). Darüber hinaus konnten mit der R-1 auch weitere, aus der Literatur bekannte Beziehungen der Risikobereitschaft mit anderen psychologischen Merkmalen repliziert werden. Die Korrelationen wiesen dabei mehrheitlich schwache bis mittlere Effektstärken auf. Die R-1 korrelierte positiv mit der Allgemeinen Selbstwirksamkeit (r = .25 bis r = .42, p < .001), der internalen Kontrollüberzeugung (r = .19 bis r = .34, p < .001), der Lebenszufriedenheit (r = .27 bis r = .32, p < .001), dem Optimismus (r = .15 bis r = .38, p < .001) und dem Selbstwert (r = .16, p < .001). Dies bedeutet, dass Personen, die sich selbst als kompetenter im Umgang mit Problemen und als Urheber ihrer eigenen Handlungen sahen (und nicht als bedingt durch den Zufall bzw. mächtige Andere), sich gleichzeitig auch als risikobereiter beschrieben. Personen, die eine höhere Risikobereitschaft angaben, waren optimistischer und zufriedener mit ihrem Leben und hatten ein positiveres Selbstwertgefühl. Annahmen zur diskriminanten Validität der R-1 werden ebenfalls durch die empirischen Daten unterstützt. So ließ sich die Risikobereitschaft auch empirisch von anderen Dimensionen der Impulsivität (Dringlichkeit, Mangel an Absicht, Mangel an Ausdauer) abgrenzen.

Kriteriumsvalidität

Mit soziodemographischen Variablen zeigten sich in den drei Stichproben Ergebnisse für die R-1, die mit früheren Befunden und Hypothesen übereinstimmen. Alter und Risikobereitschaft waren in allen Studien negativ miteinander korreliert. Ältere Personen beschrieben sich danach als weniger risikobereit als jüngere und umgekehrt (vgl. Dohmen et al., 2009; Steinberg, 2007). Die empirischen Ergebnisse zu Geschlechtsdifferenzen in der Risikobereitschaft konvergieren mit den Ergebnissen der Metaanalysen von Byrnes, Miller und Schafer (1999): Frauen gaben systematisch niedrigere Werte in der R-1 an als Männer. In Bezug auf die Rolle der Bildung zeigten sich lediglich Tendenzen. In Stichprobe 1 (Welle 1) ging ein höherer Bildungsstand auch mit einer höheren Risikobereitschaft einher. In den restlichen Studien zeigten sich jedoch keine systematischen Beziehungen. Ähnliche Ergebnisse ergaben sich für das persönliche Nettoeinkommen, das in Stichprobe 1 (Welle 1) und Stichprobe 3 positiv mit der Risikobereitschaft korrelierte.

In Bezug auf weitere sozialwissenschaftliche Inhaltsvariablen ergaben die Studien, dass die Höhe der Risikobereitschaft erwartungsgemäß mit risikoreichen Entscheidungen im Bereich Finanzen zusammenhängt. Es wurde abgefragt, welche von 10 Arten von Geldanlagen die Befragungsperson besitzt. Die 10 Arten von Geldanlagen wurden aufgrund des mit ihnen assoziierten Risikos in eine Rangreihenfolge gebracht. Arten mit ähnlicher Risikohöhe wurden anschließend in Kategorien zusammengefasst: 1) niedriges Risiko (z.B. Festgeld, Bausparvertrag), 2) mittleres Risiko („Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen mit mittlerem Risiko“), 3) höheres Risiko („Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen mit hohem Risiko“), sehr hohes Risiko („Aktien, Fonds, Anleihen mit sehr hohem Risiko). Mehrfachangaben über die Kategorien hinweg waren möglich, kamen jedoch nur in 1 % der Fälle vor. In diesem Fall wurde die Befragungsperson der Kategorie mit dem höchsten Risiko der Geldanlage zugewiesen. Eine einfaktorielle Varianzanalyse über die vier Gruppen ergab, dass sich Befragte mit unterschiedlich risikobehafteten Geldanalagen in ihrer selbstberichteten Risikobereitschaft systematisch voneinander unterschieden. (F[3, 801] = 5.44, p = .001).  Der Post-hoc-Vergleich deckte auf, dass dieser Effekt auf der statistisch signifikanten Mittelwertsdifferenz zwischen der Gruppe mit den am wenigsten risikobehaften und der Gruppe mit den am höchsten risikobehafteten Geldanlagen beruht (M[niedrigstes Risiko] = 3.56, SD[niedrigstes Risiko] = 1.60; M[höchstes Risiko] = 4.86, SD[höchstes Risiko] = 1.29;  M[diff] = -1.30, p = .023). Der physische Gesundheitszustand stand in den Studien ebenfalls in Beziehung zur Risikobereitschaft: Personen mit schwerwiegenderen körperlichen Beeinträchtigungen neigten weniger dazu, Risiken einzugehen (r = -.13, p < .001). Substanzielle Beziehungen wies die R-1 auch zur selbstberichteten Delinquenz (z.B. Benutzen von Bahn, Bus etc. ohne gültigen Fahrschein, Steuerhinterziehung) auf: So gaben Personen mit einem häufigerem delinquenten Verhalten auch eine höhere Risikobereitschaft an (r = .26, p < .001). Die hier berichteten Ergebnisse stimmen mit früheren Befunden überein (Badunenko et al., 2009; Schwenkmezger, 1983; Zuckerman, 2007). Im Hinblick auf das Berufsleben zeigten sich ebenfalls theoretisch plausible Beziehungen: Personen mit höherer Risikobereitschaft ist es besonders wichtig, einen Arbeitsplatz zu haben, der Abwechslung, Aufstiegschancen und Gestaltungsspielräume bietet (siehe Tabelle 3). Im Hinblick auf politische Variablen zeigten sich jedoch  inkonsistente Ergebnisse: Risikobereitschaft und Politische Partizipation waren in Stichprobe 1 nicht systematisch miteinander assoziiert (vgl. Kam, 2012). Die Ergebnisse der Korrelationsanalysen sind in Tabelle 3 dargestellt.

 

Die höchste Korrelation weist die SOP2 erwartungsgemäß mit einem alternativen Maß für das Konstrukt Optimismus-Pessimismus auf, mit dem LOT-R. Ebenfalls starke Zusammenhänge (vgl. Cohen, 1992) finden sich für die globale Lebenszufriedenheit, die kognitiven und affektiven Komponenten des Selbstkonzepts, Selbstwirksamkeit und Selbstwert, und die Persönlichkeitsmerkmale Neurotizismus und Extraversion des Fünf-Faktoren-Modells. Lebenszufriedenheit und Extraversion korrelieren positiv mit (positiven) generalisierten Erwartungen. Neurotizismus weist hingegen erwartungsgemäß einen negativen Zusammenhang mit der SOP2 auf. Moderate Effekte finden sich für die spezifischen Maße der Zufriedenheit, für Indikatoren der physischen und psychischen Gesundheit und die übrigen Persönlichkeitsmerkmale aus dem Fünf-Faktoren-Modell.

Für die sozialwissenschaftliche Forschung sind insbesondere die Zusammenhänge der SOP2 mit soziodemographischen Variablen und sozioökonomischen Erfolgsvariablen von Interesse. Mit Letzteren weist die SOP2 zwar geringe, aber noch immer substantielle Effekte, auf. So finden sich zum Beispiel Zusammenhänge mit den sozioökonomischen Erfolgsvariablen Einkommen und Bildung, gemessen über die Anzahl der Schuljahre und die Anzahl der Bücher im Elternhaus. Die genannten Zusammenhänge konnten in mehreren Stichproben gesichert werden. Weiterhin korreliert die SOP2 mit einem Maß aus dem ALLBUS 2010¹, in dem Befragte ihre zukünftige wirtschaftliche Lage einschätzen sollen (r = .21, p < .01). Mit den soziodemographischen Variablen Alter und Geschlecht korreliert die SOP2 nur unwesentlich. Für das Geschlecht treten konsistent über alle Stichproben Nullkorrelationen auf. Für Alter findet sich zwar in Stichprobe 2 und 3 ein signifikanter Zusammenhang, allerdings weisen die Koeffizienten unterschiedliche Vorzeichen auf. Insgesamt sind die Befunde zum Alter demnach inkonsistent.

Referenzwerte

Im Appendix A sind Referenzwerte in Form von Gruppenmittelwerten und Standardabweichungen für die SOP2 abgedruckt. Diese wurden anhand der Zufallsstichprobe (Stichprobe 3) ermittelt und erlauben dem Anwender einen Vergleich der SOP2-Werte aus seiner Untersuchung, mit denen relevanter Subgruppen aus einer bevölkerungsrepräsentativen Zufallsstichprobe, zum Beispiel von Männern oder Frauen, von Personen mit unterschiedlicher Schulbildung oder unterschiedlichem Alter. Die Altersgruppen in Appendix A wurden den Lebensphasen der bundesdeutschen Gesellschaft angepasst. Die Zeit von 18 bis 35 Jahren ist die der beruflichen Ausbildung und Familiengründung. Die Zeit der beruflichen Festigung, Karriere, Betreuung von heranwachsenden Kindern und Pflege von älteren Angehörigen fällt in die Zeit zwischen 36 und 65 Jahren. Die dritte Lebensphase beginnt im Alter von 65 Jahren, wenn die berufliche Tätigkeit in den meisten Fällen abgeschlossen ist. Die Aufteilung der Bildungsstufen wurde nach der Dauer der schulischen Allgemeinbildung vorgenommen. Dabei gilt die Dauer der schulischen Bildung bis einschließlich 9 Jahren als geringes Bildungsniveau. Bei einer Schuldauer von 10 oder 11 Jahren handelt es sich um ein mittleres Bildungsniveau und bei mehr als 11 Jahren um ein hohes Bildungsniveau.

_____

¹ Was glauben Sie, wie wird Ihre eigene wirtschaftliche Lage in einem Jahr sein? Erwarten Sie, dass Ihre wirtschaftliche Lage dann: 1) wesentlich besser sein wird als heute, 2) etwas besser sein wird als heute, 3) gleichbleibt, 4) etwas schlechter sein wird, oder 5) wesentlich schlechter sein wird als heute?

Tabelle 3: Validitätskoeffizienten der R-1


Stichprobe 11Stichprobe 22Stichprobe 33
KonstruktWelle 1Welle 2

Persönlichkeit





Neurotizismus

-.25**

-.25**

-.26**

-.07*

Extraversion

.41**

.42**

.30**

.28**

Offenheit

.15**

.13**

.17**

.21**

Verträglichkeit

-.09*

-.09

.01

-.05

Gewissenhaftigkeit

-.02

.07

.03

-.03

Impulsivität (UPPS)

 

 

 

Risikobereitschaft/
Sensation Seeking

-

-

.57**

-

Dringlichkeit

-

-

.06

-

(Mangel an) Absicht

-

-

-.13**

-

(Mangel an) Ausdauer

-

-

.17**

-

Impulsivität (I-8)

 

 

 

Risikobereitschaft/
Sensation Seeking

.73**

.77*

-

.69**

Dringlichkeit

.22**

.23**

-

.25**

(Mangel an) Absicht

.06

.05

-

.07*

(Mangel an) Ausdauer

.04

.12**

-

-.02

Selbstbezogene
Kognitionen


Allgemeine Selbstwirksamkeit

.34**

.42**

-

.25**

Selbstwert

-

-

.16**

-

Kontrollüberzeugungen

 

Internal

.30**

.34**

-

.19**

External

-.02

-.03

-

-.05

Allgemeine
Lebenszufriedenheit

SWLS

.27**

.32**

-

-

Optimismus

SOP2

.37**

.38**

-

.15**

Attraktivität

AR-1 (Fremdbeurteilung)

-

-

-

.09**

Attraktivität

AR-1 (Selbstbeurteilung)

-

-

-

.17**

Soziodemographische
Variablen4

Alter

-.15**

-.19**

-.03

-.23**

Geschlecht

-.24**

-.22**

-.14**

-.12**

Bildung (Jahre)

.17**

.10

.03

.18**

Bildung (Bücher)

-

-

.06

.18**

Sozioökonomische
Variablen

Durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen

.19**

.10

-

.15**

Gesundheitsstatus

 

Physische Beeinträchtigungen

-

-

-

-.13**

Psychische Beeinträchtigungen

-

-

-

-.05

Delinquenz

ALLBUS

-

-

-

.26**

Wichtigkeit Aspekte
der Arbeit








Verdienstmöglichkeiten

-

-

-

.04

Arbeitsbedingungen

-

-

-

.04

Abwechslung bei der Arbeit

-

-

-

.21**

Verhältnis zu Kollegen

-

-

-

.10**

Aufstiegschancen

-

-

-

.15**

Sicherheit vor Entlassung

-

-

-

-.06

Arbeitszeitgestaltung

-

-

-

.01

Ansehen der Tätigkeit in der
Öffentlichkeit

-

-

-

.08*

Möglichkeiten zur selbstständigen Gestaltung

-

-

-

.23**

Politische Partizipation

ESS 2008

-.04-.02-.12**

Anmerkung: 1Stichprobe 1 (Welle 1: N = 539; Welle 2: N = 338), 2Stichprobe 2 (N = 566), 3Stichprobe 3 (N = 1134). * p < .05, ** p < .01, 4Kodierung Geschlecht 1 = männlich, 2 = weiblich.

Referenzwerte

Im Appendix A sind Referenzwerte in Form von Gruppenmittelwerten und Standardabweichungen für die R-1 abgedruckt. Diese wurden anhand der Zufallsstichprobe (Stichprobe 3) ermittelt und erlauben dem Anwender einen Vergleich der R-1-Werte aus seiner Untersuchung mit denen relevanter Subgruppen aus einer bevölkerungsrepräsentativen Zufallsstichprobe, zum Beispiel von Männern oder Frauen, von Personen mit unterschiedlicher Schulbildung oder unterschiedlichen Alters. Die Altersgruppen in Tabelle A1 wurden den Lebensphasen der bundesdeutschen Gesellschaft angepasst. Die Zeit von 18 bis 35 Jahren ist die der beruflichen Ausbildung und Familiengründung. Die Zeit der beruflichen Festigung, Karriere, Betreuung heranwachsender Kinder und Pflege älterer Angehöriger fällt in die Zeit zwischen 36 und 65 Jahren. Die dritte Lebensphase beginnt im Alter von 65 Jahren, wenn die berufliche Tätigkeit in den meisten Fällen abgeschlossen ist. Die Aufteilung der Bildungsstufen wurde nach der Dauer der schulischen Allgemeinbildung vorgenommen. Dabei gilt die Dauer der schulischen Bildung bis einschließlich 9 Jahren als geringes Bildungsniveau. Bei einer Schuldauer von 10 oder 11 Jahren handelt es sich um ein mittleres Bildungsniveau und bei mehr als 11 Jahren um ein hohes Bildungsniveau.  

Referenzwerte

Im Appendix A sind Referenzwerte in Form von Gruppenmittelwerten und Standardabweichungen für die SOP2 abgedruckt (siehe Tabelle A). Diese wurden anhand der Zufallsstichprobe (Stichprobe 3) ermittelt und erlauben dem Anwender einen Vergleich der SOP2-Werte aus seiner Untersuchung, mit denen relevanter Subgruppen aus einer bevölkerungsrepräsentativen Zufallsstichprobe, zum Beispiel von Männern oder Frauen, von Personen mit unterschiedlicher Schulbildung oder unterschiedlichen Alters. Die Altersgruppen in Tabelle A wurden den Lebensphasen der bundesdeutschen Gesellschaft angepasst. Die Zeit von 18 bis 35 Jahren ist die der beruflichen Ausbildung und Familiengründung. Die Zeit der beruflichen Festigung, Karriere, Betreuung von heranwachsenden Kindern und Pflege von älteren Angehörigen fällt in die Zeit zwischen 36 und 65 Jahren. Die dritte Lebensphase beginnt im Alter von 65 Jahren, wenn die berufliche Tätigkeit in den meisten Fällen abgeschlossen ist. Die Aufteilung der Bildungsstufen wurde nach der Dauer der schulischen Allgemeinbildung vorgenommen. Dabei gilt die Dauer der schulischen Bildung bis einschließlich 9 Jahren als geringes Bildungsniveau. Bei einer Schuldauer von 10 oder 11 Jahren handelt es sich um ein mittleres Bildungsniveau und bei mehr als 11 Jahren um ein hohes Bildungsniveau.

_____

¹ Was glauben Sie, wie wird Ihre eigene wirtschaftliche Lage in einem Jahr sein? Erwarten Sie, dass Ihre wirtschaftliche Lage dann: 1) wesentlich besser sein wird als heute, 2) etwas besser sein wird als heute, 3) gleichbleibt, 4) etwas schlechter sein wird, oder 5) wesentlich schlechter sein wird als heute?