Kurzskalen psychologischer Merkmale

Bewertung

Die USS-8 ist eine hochgradig ökonomische Skala zur Erfassung des psychologischen Merkmals Ungerechtigkeitssensibilität in sozialwissenschaftlichen Untersuchungen, die starken zeitlichen und monetären Restriktionen unterliegen und eine umfangreichere Erfassung nicht zulassen. Die Skala ist einfach in verschiedenen Erhebungsmodi zu administrieren. Validitätsbelege wurden für den CAPI-Modus und die Papierform (Selbstausfüller) erbracht. Die Invarianz zwischen den Erhebungsmodi wurde bisher allerdings noch nicht geprüft. Ob Korrelationen und Mittelwerte der USS-8 daher über Stichproben hinweg vergleichbar sind, die in unterschiedlichen Modi erhoben wurden, kann zurzeit nicht vorausgesetzt werden. Vor dem Einsatz der USS-8 in Mixed-Mode-Designs sollte dieser Beleg erbracht werden. Die Erhebung von Daten mit der USS-8 dauert ca. 2.5 Minuten und ist damit ökonomischer im Vergleich zur Originalskala von Schmitt et al. (2010). Die Auswertung erfolgt streng standardisiert. Die empirischen Belege der Validierungsstudien sprechen dafür, dass die USS-8 nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine reliable und valide Erfassung des Merkmals Ungerechtigkeitssensibilität erlaubt. In zwei umfangreichen alters-, geschlechts- und bildungsheterogenen Stichproben, darunter auch eine repräsentative Zufallsstichprobe, konnten die Reliabilität der Skalenwerte und unterschiedliche Aspekte der Konstruktvalidität belegt werden. Die berichteten Befunde sprechen für die psychometrische Güte der USS-8. Der Einsatz der Skala zur Messung der individuellen Ausprägung der Ungerechtigkeitssensibilität kann damit, bei (volljährigen) Befragten aus der deutschsprachigen Allgemeinbevölkerung, empfohlen werden.