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Melika Heidar Panah und Lea Heinzerling (beide 17 Jahre alt) haben im Rahmen des Wissenschaftsfestivals in Köln einen Poetry Slam vorgetragen, der von Umfragedaten inspiriert wurde, die im Auftrag von GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften – erhoben wurden. Es geht uns darum, an einem Beispiel zu zeigen, was junge Leute (ganz individuell) denken und fühlen, wenn sie mit Statistiken allgemeiner Bevölkerungsumfragen konfrontiert werden, die repräsentativ für die Gesellschaft sind, in der sie leben. Alle Grafiken zeigen auf der Y-Achse das Antwortverhalten der Befragten in %.

Inwieweit fühlen Sie sich persönlich dafür verantwortlich, zum Klimaschutz beizutragen?

Das hat eine für ganz Deutschland repräsentative Gruppe von Befragten dazu gesagt:

Der Durchschnittswert der Antworten liegt auf einer 11-Punkte-Skala bei 6,6 (in der Grafik pink markiert). Insgesamt fühlen sich die Menschen (ab 18 Jahren) in Deutschland (N=2790) also eher verantwortlich als nicht verantwortlich.

Jüngere Menschen (hier von 18 bis 30 Jahren, N=468) fühlen sich im Durchschnitt interessanterweise etwas weniger dafür verantwortlich, zum Klimaschutz beizutragen (Durchschnittswert auf der Antwortskala 6,2). Man könnte sich fragen, ob sie die Verantwortung vielleicht irgendwo anders sehen. Bei der Politik, anderen Ländern oder einer anderen Generation...? Frauen fühlen sich insgesamt etwas mehr verantwortlich. In der Altersklasse unter 30 sogar um einen ganzen Skalenpunkt (Männer 5,8 (grün) vs. Frauen 6,8 (gelb)).

Glauben Sie, dass der Klimawandel durch natürliche Prozesse, menschliche Aktivitäten oder beides verursacht wird?

Die Grafik vergleicht das Antwortverhalten der Altersgruppen der unter 30-Jährigen (N=468) und der über 60-Jährigen (N=807). Sie zeigt, dass in der Gruppe der jüngeren Befragten prozentual die Überzeugung größer ist, dass hauptsächlich menschliche Aktivitäten für den Klimawandel verantwortlich sind.

Interessantes Detail: 4 Personen glauben nicht, dass der Klimawandel überhaupt stattfindet. Diese vier sind: ein 40-jähriger Mann aus BaWü, der die AfD gewählt hat, ein 53-Jähriger aus Schleswig-Holstein, der keine Angabe gemacht hat, was er gewählt hat, und zwei CDU-Wählerinnen, die eine aus BaWü (68 Jahre), die andere aus Brandenburg (83 Jahre). Auch solche Details kann man den Daten entnehmen. Identifizieren kann man die Personen aber nicht. 

Hier eine Aussage, der die Befragten zustimmen oder die sie ablehnen konnten:

Viele der Behauptungen zu Umweltgefahren sind übertrieben.

Diese Grafik zeigt die Einstellungen zu dieser Aussage im Vergleich zwischen den Jahren 2010 (N=1407) und 2020 (N=1702) in Prozent. Offensichtlich hat das Bewusstsein, welche gravierenden Auswirkungen Umweltgefahren für uns alle haben, tendenziell zugenommen. Allerdings sind es immerhin auch 2020 insgesamt 28 Prozent, also fast ein Drittel der Befragten, die diese Aussage nicht deutlich ablehnen (und mit 1–3 geantwortet haben).

Zuletzt, da wir uns ja auf einem Wissenschaftsfestival befinden, ist vielleicht interessant, ob die Deutschen denken, dass:

die moderne Wissenschaft unsere Umweltprobleme bei nur geringer Veränderung unserer Lebensweise lösen wird.

Der Glaube, dass die Wissenschaft die Umweltprobleme in den Griff bekommen wird, ohne dass wir auf Konsum und bestimmten Lebensstil verzichten müssen, hat zwischen 2010 und 2020 leicht abgenommen. Der durchschnittliche Skalenwert liegt 2010 bei 3,2 und 2020 bei 3,5. Bei den unter 30-jährigen sieht man diese Entwicklung noch etwas deutlicher. Hier ändert sich der durchschnittliche Mittelwert von 2010 zu 2020 von 3,1 auf 3,6

Auswertung der Umfrage im Rahmen des Wissenschaftsfestivals in Köln (WFK) am 15.11.2025.

Im Rahmen des Wissenschaftsfestivals haben wir an unserem GESIS-Stand eine kleine Umfrage zum Thema Klimawandel durchgeführt. Interviewer waren in erster Linie Kinder und Jugendliche, denen wir anhand der erhobenen Daten zeigen konnten, wie jede gegebene Antwort in die Statistik eingeht und wie Grafiken sich entsprechend verändern.

Befragt wurden insgesamt 59 Besucherinnen und Besucher, davon waren 34 Frauen und 25 Männer. 20,3 % der Befragten waren in der Alterskategorie „unter 18“, 30,5 % waren „18-30“, 35,6 % waren „31-60“ und 13,6 % waren älter.

Dies sind die Auswertungen zu der Frage, ob die moderne Wissenschaft unsere Umweltprobleme bei nur geringer Veränderung unserer Lebensweise lösen wird:

Die Grafik zeigt die Ergebnisse im Vergleich zu den Antworten der repräsentativen Bevölkerungsumfrage von 2020. Das Antwortverhalten ähnelt sich sehr! Der Mittelwert liegt bei der WFK-Umfrage bei 3,5; bei der allgemeinen Umfrage bei 3,6. 

Auch wenn bei der geringen Fallzahl die einzelnen Altersklassen natürlich sehr schwach besetzt sind, zeigt sich auch unter den 59 Befragten des WFKs bei den Älteren ein leichter Trend zu mehr Glauben an die Wissenschaft als ultimativen Problemlöser als bei den Jüngeren.