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Informationen zum Mikrozensuspanel 2001-2004

Mikrozensuspanel

Der Mikrozensus ist als rotierende Panelstichprobe angelegt, bei der die Haushalte eines Auswahlbezirkes vier Jahre lang befragt werden, wobei jedes Jahr ein Viertel der Auswahlbezirke ausgetauscht wird. Wegziehende Personen und Haushalte werden durch die nachziehenden Personen bzw. Haushalte ersetzt.

Mit Abschluss des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Verbundprojektes "Aufbereitung und Bereitstellung des Mikrozensus als Panelstichprobe" (Projektseite beim statistischen Bundesamt) steht der Mikrozensus erstmals seit September 2006 der Forschung als Scientific Use File analog zu den Mikrozensus-Querschnittsfiles zur Verfügung. Selbst bei der Auswahl des nur von 1996 bis 1999 befragten Rotationsviertels des Mikrozensus liegen, insbesondere im Vergleich zu den von der Forschung selbst erhobenen Paneldaten, für Analysen sehr große Fallzahlen vor. Damit ist es möglich, ökonomische und soziale Strukturen und ihre Veränderungen in tiefer sachlicher Gliederung zu analysieren, auch für kleine Bevölkerungsgruppen verlässliche Aussagen zu machen und den sozialen und wirtschaftlichen Wandel differenzierter als bislang zu beobachten.

Das Wichtigste über das Mikrozensuspanel 2001-2004 im Überblick

Der Mikrozensus wird mit einem Auswahlsatz von 1% der Bevölkerung seit 1957 in Westdeutschland und seit 1991 auch in den neuen Bundesländern durchgeführt. Grundlage des Mikrozensus ist die gesamte wohnberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

Seit 1962 ist der Mikrozensus eine Flächenstichprobe mit partieller Rotation der Auswahlbezirke (Flächen). Die Auswahlbezirke und die darin wohnenden Haushalte und Personen verbleiben vier Jahre lang in der Befragung und bilden ein so genanntes Rotationsviertel. Jährlich wird ein Viertel der Auswahlbezirke ausgetauscht, d. h. es liegen für maximal vier Jahre Verlaufsangaben vor. Aufgrund des Prinzips der Flächenstichprobe werden die aus dem Auswahlbezirk wegziehenden Haushalte und Personen nicht weiter befragt, sondern durch zuziehende Haushalte und Personen ersetzt. Der Mikrozensus ist somit eine Wiederholungsbefragung mit teilweiser Überlappung der Erhebungseinheiten (partielle Rotation). Die Möglichkeit der Zusammenführung der Querschnittsdaten zu einem Panel ist rechtlich seit dem Mikrozensusgesetz 1996 möglich.

Das vom Statistischen Bundesamt, Gruppe VIII C – Mikrozensus, erstellte zweite Scientific Use Files (SUF) des Mikrozensuspanels 2001-2004, entspricht in seiner Konzeption weitgehend dem Mikrozensuspanel 1996-1999.

Für Auswertungen steht ein Viertel der Auswahlbezirke der Mikrozensus-Querschnitte über vier Jahre hinweg zur Verfügung. Das SUF ist eine 70%-Substichprobe dieser Auswahlbezirke. Der Stichprobenumfang des Panels 2001-2004 beträgt rund 125.000 Personen bzw. 58.000 Haushalte pro Erhebungszeitpunkt mit rund 400 Variablen. Aufgrund der Auskunftspflicht im Mikrozensus wird eine nahezu vollständige Ausschöpfung erreicht, sodass systematische Ausfälle durch Unit-Nonresponse von untergeordneter Bedeutung sind. Für rund zwei Drittel der (räumlich immobilen) Personen liegen Angaben zu allen Befragungen vor.

Substichprobenziehung

Das SUF Mikrozensuspanel 2001-2004 ist analog zum ersten Mikrozensuspanel (siehe Tab. 3.1, S. 64-65 im Handbuch des Mikrozensuspanel 1996-1999) eine Zufallsauswahl des geschichteten Originalmaterials des Mikrozensuspanels. Im Unterschied zum ersten Panelfile enthält das Mikrozensuspanel 2001-2004 auch die Bevölkerung in Gemeinschaftsunterkünften.

Merkmalsauswahl

Das Panelfile enthält im Wesentlichen alle Merkmale der SUFs der einzelnen Querschnitte (siehe Erhebungsprogramm des Mikrozensus 1996-2004) und umfasst u. a. die Themenbereiche

  • Demografie
  • Erwerbsbeteiligung, Arbeitssuche, stille Reserve,
  • Schul-/Hochschulbesuch, Bildungsabschluss,
  • Einkommen, Lebensunterhalt sowie
  • Haushalts- und Familienzusammenhang.

Aus Datenschutzgründen sind die Merkmale der Unterstichprobe für die Jahre 2001 und 2004 nicht enthalten.

Es stehen mehrere Gewichtungsvariablen zur Verfügung:

  • Hochrechnungsvariablen des Original Mikrozensus
  • Angepasste Hochrechnungsvariablen für Querschnittsanalysen
  • Normierte angepasste Hochrechnungsvariablen für Querschnittsanalysen
  • Mobilitätsgewichte (Wahrscheinlichkeit für räumliche Immobilität)
  • Längsschnittgewichte zur Hochrechnung ohne Berücksichtigung der Mobilitätsgewichte
  • Längsschnittgewichte zur Hochrechnung mit Berücksichtigung der Mobilitätsgewichte
  • [Hinweis: Die Mobilitäts- und Längsschnittgewichte enthalten teilweise keine gültigen Werte und sind deshalb nur eingeschränkt nutzbar. Eine Korrektur durch das Statistische Bundesamt ist geplant. (Stand: April 2010)]

Datenzugang

Das SUF des Mikrozensuspanels 2001-2004 kann von unabhängigen inländischen Forschungseinrichtungen bei den Forschungsdatenzentren der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bestellt werden. Die Bereitstellungsgebühr beträgt 380 Euro; ab dem 1.1.2011 beträgt die Bereitstellungsgebühr 1000 Euro. (Im Unterschied zur ersten Bereitstellung des Mikrozensuspanels 1996-1999 berechnen die Forschungsdatenzentren seit 2008 die Gebühr pro Erhebungszeitpunkt: 95 Euro x 4 Erhebungszeitpunkte; ab dem 1.1.2011 pro Statistik und Erhebungszeitpunkt: 250 Euro x 4 Erhebungszeitpunkte.)

Handbuch

Handbuch des Mikrozensuspanel 2001-2004 (Hrsg.: Statistisches Bundesamt, Gruppe VIII C - Mikrozensus, Bonn) [.pdf].

Schlüsselverzeichnis

Schlüsselverzeichnis [.pdf] des faktisch anonymisierten Mikrozensuspanels 2001-2004.

Erhebungsprogramm

Erhebungsprogramm 1996-2004 (im MZ-Panel 1996-1999 ohne Ergänzungs- und Zusatzprogramm der Jahre 2001 und 2004)

Klassifikationen

  • Hauptfachrichtung des (Fach-) Hochschulabschlusses bzw. des beruflichen Abschlusses für den Mikrozensus - Ausgabe 2003 - (HFR 2003) in Verbindung mit Ausbildungsfeldern der Internationalen Standardklassifikation of Education - Ausgabe 1997 - (ISCED 97); Statistisches Bundesamt) [.pdf]
  • Klassifizierung der Berufe des Statistischen Bundesamtes in der Fassung für den Mikrozensus, Ausgabe 1992 [.pdf]
  • Internationale Standardklassifikation der Berufe zur Verwendung innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (International Standard Classification of Occupation - Establishment of Community-Wide Occupational Statistics) ISCO-88 COM [.pdf]
  • Systematisches Verzeichnis der Wirtschaftszweige in der Fassung für den Mikrozensus - Ausgabe 2003 [.pdf]

Veröffentlichungen zum Mikrozensuspanel

  • Arbeitspapiere des Projektes Methodenverbund "Aufbereitung und Bereitstellung des Mikrozensus als Panelstichprobe"

Veröffentlichungen des GML zum Mikrozensuspanel

  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2008): Bildungsverläufe und Stichprobenselektivität. Analysen zur Stichprobenselektivität des Mikrozensuspanels 1996-1999 am Beispiel bildungsstatistischer Fragestellungen. GESIS-Forschungsberichte, Reihe Sozialwissenschaftliche Datenanalyse, Band 1. ISBN 978-3-86819-003-8. Bonn: GESIS. [Link]
  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2006): Auszug aus dem Elternhaus: Ergebnisse Mikrozensuspanel 1996-1999. ZUMA-Arbeitsbericht 2006/04.
  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2006): Zur Datenqualität der Bildungsangaben im Mikrozensus. ZUMA-Arbeitsbericht 2006/03.
  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2006): Berufliche Ausbildungsverläufe bis zum Übergang ins Erwerbsleben – Analysen zur Stichprobenselektivität des Mikrozensuspanels 1996-1999. ZUMA-Arbeitsbericht 2006/02.
  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2006): Filekonzept zum Mikrozensuspanel. Methodenverbund "Aufbereitung und Bereitstellung des Mikrozensus als Panelstichprobe", Arbeitspapier Nr. 12.
  • Schimpl-Neimanns, Bernhard (2005): Bildungsverläufe im Mikrozensuspanel 1996-1999: Besuch der gymnasialen Oberstufe bis zum Abitur. ZUMA-Arbeitsbericht 2005/02.
  • Wirth, Heike (2006): Anonymisierung des Mikrozensuspanels im Kontext der Bereitstellung als Scientific-Use-File. Methodenverbund "Aufbereitung und Bereitstellung des Mikrozensus als Panelstichprobe", Arbeitspapier Nr. 11.