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Studie: MZ 2011

Ergänzungs- und Zusatzprogramme

  • Ergänzungs- und Zusatzprogramme
    • Angaben zur Krankenversicherung (Auswahlsatz: 1% )
    • Zusatzangaben zur Erwerbstätigkeit (II) (Auswahlsatz: 1% )
  • Ad-hoc-Modul EU Labour Force Survey
    • Beschäftigung behinderter Personen (Auswahlsatz: 0,1% )

Besonderheiten und Vergleichbarkeit

Fragebogenänderungen

  • Um insbesondere die Erfassung des Erwerbsstatus der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zu verbessern, sind seit der Erhebung 2005 Fragen zur Arbeitsmarktbeteiligung und die Feldarbeit verändert worden. In der Erhebung 2011 wurden einige Fragen des Mikrozensus und der Arbeitskräfteerhebung im Vergleich zum Vorjahr verändert. Im Rahmen eines Methodenprojekts wurde dies mit einem Fragebogensplit durchgeführt. Die neuen Fragen wurden im Rahmen einer 0,9 %-Unterstichprobe (USP) gestellt. Die Fragen in der 0,1 %-USP entsprechen dagegen weitestgehend dem ursprünglichen Konzept.
  • Von zentraler Bedeutung ist eine neue Frage, die das Themenfeld Beschäftigungssituation einleitet. Anhand dieser Frage zum sogenannten Hauptstatus (F18; EF66) wird der aktuelle soziale Status erfragt. (Die Variable EF66 ist jedoch nicht Bestandteil des SUF.1) Erst im Anschluss daran werden die für die Umsetzung des Labour-Force Konzepts der ILO relevanten Informationen über das Vorliegen einer bezahlten Tätigkeit erfasst.
  • Diese neue Konzeption hatte zusätzliche Veränderungen im Fragebogen zur Folge. So wurden einige der in der 0,1 %-USP noch enthaltenen Fragen in der 0,9 %-USP überflüssig (z. B. F20a; EF81), andererseits mussten neue Fragen hinzugefügt (z. B. F19; EF67) oder neu platziert werden (F22/F18a; EF77). Darüber hinaus wurden Fragen teilweise neu formuliert (z. B. F23/F22a; EF85) oder vereinfacht (z. B. F22/F18a; EF77).
  • Die Änderungen haben insgesamt betrachtet zu einer besseren Erfassung der Erwerbstätigkeit bzw. Erwerbslosigkeit geführt und die Unterschiede zu Referenzstatistiken verringert. Das neue Konzept wird deshalb im Mikrozensus ab 2012 fortgeführt. Aus methodischen Gründen sind die Ergebnisse für 2011 mit den Vorjahren nur eingeschränkt vergleichbar. Zu beachten ist des Weiteren, dass die Angaben zu diesen verschiedenen Fragebogenversionen in die einheitlichen Typisierungen (z. B. EF29 Erwerbstyp oder EF38 Nichterwerbstyp) eingeflossen sind. Siehe hierzu die Gegenüberstellung der Fragebogenversionen sowie die methodischen Hinweise im Datenhandbuch. In den Systemfiles sind die betreffenden Variablen durch Angabe der Fragennummern (F…/…) und des Auswahlsatzes der Unterstichprobe (0,9 % / 0,1 %) im Variablenlabel gekennzeichnet.
  • 2011 wurden die Antwortkategorien zum Schul- und Hochschulbesuch (EF289) und zum beruflichen Ausbildungsabschluss (EF312 usw.) erweitert, sodass ein direkter Vergleich mit früheren Zeitpunkten nur eingeschränkt möglich ist.
  • In Bezug auf Fragestellungen zu Migration und Integration ist auf eine konzeptionelle Änderung hinzuweisen. Während bis 2010 Befragte, die nach einem ersten Zuzug die Bundesrepublik Deutschland für mehr als sechs Monate verlassen hatten, das Jahr des letzten Zuzugs angegeben haben, wird nun das Jahr des ersten Zuzugs (EF367) erfragt, auch wenn der Aufenthalt in Deutschland zwischenzeitlich unterbrochen wurde. Zusätzlich wird mit einer neuen Frage (F129; EF384) das Jahr der Rückkehr nach Deutschland nach der letzten Unterbrechung erfasst. Dies wirkt sich auch auf die darauf aufbauenden Typisierungen zum Migrationsstatus aus.
  • Zusätzliche Hinweise zur Erfassung der Krankenversicherung und zu ihrer Vergleichbarkeit mit 2007 liefern die Anmerkungen zum Themenkomplex „Krankenversicherung“.
  • Im Rahmen des EU Labor Force Survey wurde 2011 das Ad-hoc Modul "Beschäftigung behinderter Personen" mit einem Auswahlsatz von 0,1% erhoben. Die dazu gehörigen Variablen sind EF1084-EF1096.
  • Fragen zu diesem Thema wurden bereits im Ad-hoc-Modul 2002 gestellt (siehe die Variablen EF420-EF425 im SUF 2002). Dabei ist auf die Besonderheit hinzuweisen, dass die Variablen EF1090u1-EF1096 auch Angaben zu hypothetischen Sachverhalten enthalten. Während sich die Fragen 161-167 zum gesundheitlichen Zustand und zur Erwerbstätigkeit an 15- bis 64-jährige Erwerbstätige richten, d. h. Personen mit bezahlter Tätigkeit und unbezahlt mithelfende Familienangehörige, die wenigstens eine der Leitfragen zur Erfassung des ILO-Erwerbsstatus (F18a-F21a; EF77-EF79, EF81) mit „ja“ beantwortet haben, richten sich die Fragen 168-174 zum gesundheitlichen Zustand und möglicher Erwerbstätigkeit an Nichterwerbstätige, d. h. an sonstige Personen ohne bezahlte Tätigkeit. Beispielsweise enthalten die Variablen EF1090u1-EF1090u5 sowohl (Mehrfach-) Antworten von Erwerbstätigen zur Frage 161 „Ist der Umfang Ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden eingeschränkt?“ als auch (Mehrfach-) Antworten von Nichterwerbstätigen auf die Frage 168 „Wäre bei einer Erwerbstätigkeit der Umfang Ihrer wöchentlichen Arbeitsstunden eingeschränkt?“

Methodische Hinweise

  • Bei der Konstruktion des für die Merkmale des Ad-hoc-Moduls verwendeten Hochrechnungsfaktors EF956 wurden 2011 für die Schätzung der Antwortwahrscheinlichkeiten (1. Stufe) die Erhebungsmethode (EF7), der Erwerbstyp (EF29) differenziert nach Geschlecht (EF46) und Altersklassen (EF44) auf Bundesebene, der Erwerbstyp (EF29) differenziert nach Geschlecht (EF46) auf Landesebene (EF1) sowie die zwei Nationalitätengruppen Deutsche/Ausländer in den Gebieten Ost/West eingesetzt. Zielpopulation sind die 15- bis 64-Jährigen. Bei der Anpassung (2. Stufe) wurde auf den regionalen Ebenen Bund und Bundesländer für die Merkmale Erwerbstyp, Geschlecht und Altersklassen an hochgerechnete Stichprobenwerte des Mikrozensus angepasst, ergänzend für Ost- (ohne Berlin) und Westdeutschland (inkl. Berlin) an Populationswerte nach Gruppen von Staatsangehörigkeiten.

Neue Klassifikationen

  • In der EU-Arbeitskräfteerhebung wurde ab 2011 die International Standard Classification of Occupations, Ausgabe 2008 (ISCO-08), eingesetzt. Entsprechend wurde diese neue Fassung im Mikrozensus 2011 umgesetzt (siehe EF517, EF521, EF739, EF827, EF851). Die Berufe nach ISCO-08 wurden auf Basis eines Umsteigeschlüssels der Klassifikation der Berufe 1992 codiert. Die ISCO-88 COM wurde im Originalfile nicht mehr umgesetzt. Für das SUF wurde ISCO-88 COM nochmals generiert. Dies betrifft auch die abgeleiteten Variablen für den Haupteinkommensbezieher (EF739a), die Bezugsperson der Lebensform (EF827a) und den Lebenspartner der Bezugsperson der Lebensform (EF851a).

Jahresspezifische Dokumentation

  • Schätzung der "spitzen" Einkommen [.pdf].
  • Anmerkungen zum Themenkomplex Krankenversicherung [.pdf].
  • Mikrozensus Scientific Use File 2011 Dokumentation und Datenaufbereitung [.pdf].

Stichprobengröße

Querschnittsdaten
Auswahleinheiten Auswahlbezirke
Realisierte Stichprobengröße 486100

Einheiten

Beobachtungseinheiten

  • Personen (in Privathaushalten und Gemeinschaftsunterkünften)
  • Haushalte

Analyseeinheiten

  • Personen
  • Lebensgemeinschaften
  • Familien
  • Haushalte

Datenerhebung

Beginn

01.01.2011

Ende

31.12.2011

Auskunftspflicht

Ja

Interviewmodus

  • 70,6 % CAPI
  • 8,4 % CATI
  • 21 % Self-administered

Anteil der Proxy-Interviews

23,67 %

Gewichtung

Design Gewicht: Ziel

Wohnung, Haushalt, Personen

Design Gewicht: Methode

Der Mikrozensus ist eine einstufige, geschichtete Klumpenstichprobe mit einem einheitlichen Auswahlsatz für alle Schichten. Der Auswahlsatz beträgt im Allgemeinen 1 % und gilt für alle Stichprobeneinheiten (Wohnungen, Haushalte, Personen).

Da die Ziehungswahrscheinlichkeit des Scientific Use Files im Wesentlichen konstant 70% beträgt, können Designgewichte unter Berücksichtigung der Kehrwerte der Auswahlsätze des Mikrozensus (1 %) und des Scientific Use Files (70 %) gebildet werden: w = 1 / (0,01 * 0,7).

Kompensation

Wie in allen Umfragen kann auch beim Mikrozensus der Stichprobenplan nicht ohne Abstriche realisiert werden und es kommt zu Untererfassungen in Form von Ausfällen der zu befragenden Haushalte. Aufgrund der Auskunftspflicht handelt es sich hauptsächlich um Haushalte, die während der Befragung nicht erreichbar waren. Die Ausfälle werden anhand der zu einem ausgefallenen Haushalt verfügbaren Informationen korrigiert.

Ab 2005 werden die Kompensationsfaktoren nicht mehr als Soll-durch-Ist-Faktoren, sondern mittels verallgemeinerter Regressionsschätzung (Generalized Regression Estimation; Kalibrierungsverfahren) berechnet. Auf regionaler Ebene werden für Privathaushalte die folgenden Merkmale bzw. Merkmalskombinationen berücksichtigt: Rotationsviertel und Neubauschicht (Bundesland), 19 Kompensationsklassen (s. o.; Regionale Anpassungsschicht), Privathaushalte insgesamt (Regionale Untergruppe). Für Gemeinschaftsunterkünfte: Zahl der Personen in Gemeinschaftsunterkünften (Regionale Untergruppe).

Anpassung

Im Unterschied zur Kompensation wird die Anpassung auf Personenebene vorgenommen.

Ab 2005 erfolgt die Anpassung nicht mehr zu disjunkten Anpassungsschichten, sondern quartalsweise auf unterschiedlichen regionalen Ebenen und es werden auch Ergebnisse des Ausländerzentralregisters verwendet. Des Weiteren liegen für alle Personen eines Haushalts gleiche Hochrechnungsfaktoren vor. Die Hochrechnungsterme und regionale Einheiten sind: Altersgruppen x Geschlecht, Staatsangehörigkeitsgruppen x Geschlecht, Bevölkerungsgruppe (Zeit- und Berufssolddaten einschließlich Bundes- und Bereitschaftspolizei, Grundwehrdienstleistende, Zivilbevölkerung) (Bundesland); Staatsangehörigkeitsgruppen x Geschlecht (Regierungsbezirk); Bevölkerung insgesamt (Regionale Anpassungsschicht).

Finales Gewicht: Methode

Bei der Hochrechnung wird ein zweistufiges Verfahren verwendet. Im ersten Schritt der Ausfallkorrektur (Kompensation) wird von der Nettostichprobe der erfolgreich befragten Haushalte auf die Bruttostichprobe aller zu befragenden Haushalte hochgerechnet. Im zweiten Schritt wird diese Bruttostichprobe an Eckzahlen aus der laufenden Bevölkerungsfortschreibung angepasst. Die endgültigen Hochrechnungsfaktoren resultieren aus der Kombination des zweistufigen Verfahrens zur Kompensation und Anpassung. Sie stammen aus den Originaldaten, sind bereits mit dem Kehrwert der Auswahlwahrscheinlichkeit der Substichprobe multipliziert und rechnen auf 1.000 der Population hoch.

Ab 2005 liegen neben den Standardhochrechnungsfaktoren für Jahresdurchschnittswerte auch Hochrechnungsfaktoren für Quartalsauswertungen sowie Hochrechnungsfaktoren für die Ad-hoc-Module und den Strukturvariablen des EU-Labour Force Survey vor; des Weiteren spezielle Hochrechnungsfaktoren für Zusatzprogramme des Mikrozensus (z. B. zur Wohnsituation).

Siehe hierzu die Details in „Zur Abgrenzung der Bevölkerungs- und Erwerbskonzepte im Mikrozensus 2011" [.pdf].