Programme for the International
Assessment of Adult Competencies

PIAAC Zyklus 1: Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick

Die Ergebnisse der ersten Runde von PIAAC Zyklus 1 ermöglichten einen ersten Überblick über die Grundkompetenzen von Erwachsenen im internationalen Vergleich. Der folgende Überblick präsentiert gekürzte Auszüge aus der Ergebnisbroschüre (3,63 MB) von PIAAC Zyklus 1. Alle Tabellen und Abbildungen sind dem deutschen PIAAC Bericht entnommen.

Erwachsene in Deutschland erzielten in der Lesekompetenz (1,38 MB) einen Wert, der knapp unter dem OECD-Durchschnitt lag. Dies lässt sich hauptsächlich durch Schwächen im unteren Kompetenzbereich erklären. Der bereits geringe Abstand von Deutschland zum OECD-Durchschnitt verringerte sich allerdings in der jüngsten Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen, was vermuten lässt, dass insbesondere die vergleichsweise älteren Altersgruppen geringere Lesekompetenz aufwiesen, während die jüngeren hier bessere Werte erzielten. Im internationalen Vergleich erzielte Japan eine überdurchschnittliche mittlere Lesekompetenz, wie auch Finnland, die Niederlande, Australien, Schweden, Norwegen, Estland und Flandern (Belgien). Auffallend niedrige Lesekompetenzen hatten Spanien und Italien.

Die ermittelte alltagsmathematische Kompetenz (1,42 MB) zeigte Deutschland leicht über dem OECD-Durchschnitt, was sich durch den vergleichsweise hohen Anteil an Personen im oberen Kompetenzbereich erklären lässt. Im Gegensatz zur Lesekompetenz erzielten Erwachsene in Deutschland im unteren Leistungsbereich vergleichbare Werte zum OECD-Durchschnitt; im oberen Leistungsbereich hingegen höhere Werte. Ähnlich wie bei der Lesekompetenz war in Spanien und Italien die alltagsmathematische Kompetenz im Mittel am niedrigsten und wiederum in Japan und Finnland am höchsten.

Die Kompetenzdomäne des technologiebasierten Problemlösens (0,98 MB) wurde definitionsbedingt ausschließlich computerbasiert erhoben. Für Personen, die keine hinreichenden Computerkenntnisse hatten oder die Befragung am Computer verweigerten, konnten keine Werte für diese Kompetenz bestimmt werden. Aus diesem Grund konnten auch keine Mittelwerte für die Gesamtbevölkerung geschätzt werden. Stattdessen wurden die Ergebnisse in Form von Bevölkerungsanteilen in den drei Kompetenzstufen des technologiebasierten Problemlösens ausgewiesen (Stufen I, II und III). Die Bevölkerungsanteile in den Kompetenzstufen II und III sind in Deutschland vergleichbar zum OECD-Durchschnitt. Schweden, Finnland und die Niederlande hatten die vergleichsweise höchsten Bevölkerungsanteile in den Kompetenzstufen II und III. Die niedrigsten Anteile in den beiden oberen Kompetenzstufen hatten Polen und Irland.

Im internationalen Vergleich waren auch Unterschiede zwischen den Bevölkerungsgruppen (1,06 MB) ersichtlich. In allen Ländern zeigen sich die deutlichsten Unterschiede in den Grundkompetenzen in Abhängigkeit vom Bildungsniveau. Der Vergleich der Kompetenzunterschiede zwischen den verschiedenen Bildungsabschlüssen zeigt, dass jede zusätzliche Bildung nach dem Hauptschulabschluss im Mittel mit deutlich höheren Kompetenzen einhergeht. Darüber hinaus ist auffällig, dass besonders in Deutschland das Kompetenzniveau auch im Erwachsenenalter noch stark vom elterlichen Bildungshintergrund geprägt ist. Die Ergebnisse zeigten auch, dass in fast allen Ländern Erwachsene mit Migrationshintergrund im Durchschnitt geringere Kompetenzwerte als jene ohne Migrationshintergrund erzielten. Auffällig sind jedoch Unterschiede zwischen den Ländern. So bestehen in klassischen Einwanderungsländern, wie beispielsweise Kanada und Australien, vergleichsweise geringere Kompetenzunterschiede zwischen Muttersprachlern und Nichtmuttersprachlern, während in Deutschland und Nachbarländern höhere und teils sehr ähnliche Disparitäten bestehen. Unterschiede zwischen den Geburtsjahrgängen waren deutlich geringer als die entsprechenden Bildungsdifferenzen und variierten stark zwischen den Ländern. Männer und Frauen unterschieden sich in den erhobenen Grundkompetenzen nur marginal.

Weiterhin ließ sich ein starker Zusammenhang zwischen den grundlegenden Kompetenzen und der Partizipation am Arbeitsmarkt (1,30 MB) nachweisen. In nahezu allen PIAAC-Teilnahmeländern und so auch in Deutschland besaßen 25- bis 54-jährige Erwerbstätige im Mittel höhere Grundkompetenzen als Erwerbslose und Nichterwerbspersonen. Erwerbstätige, die häufiger Lese- und Rechentätigkeiten ausüben, haben in allen Ländern im Durchschnitt eine deutlich höhere Lese- und alltagsmathematische Kompetenz als Erwerbstätige, deren Arbeitsplätze diese Fertigkeiten nie erfordern. Höhere Grundkompetenzen gehen ebenfalls mit einem höheren Einkommen einher.

Ausführliche Ergebnisse zum Download finden Sie unter Daten und Publikationen.