AP 1: Politische Legitimität in Krisenzeiten

Das Arbeitspaket 1 Politische Legitimität in Krisenzeiten (PolLegKris) untersucht eine potentielle Krise der politischen Legitimität in Deutschland sowie im Vergleich europäischer Demokratien. Der Legitimitätsglaube der Bürger/innen wird als zentraler Faktor für den Fortbestand einer Demokratie angesehen. Das Forschungsprojekt untersucht Veränderungen dieser Einstellungen zur politischen Legitimität in Deutschland und in anderen etablierten Demokratien. Im Projekt wird untersucht, inwieweit die Wirtschafts- und Finanzkrisen, Massenmigration und weitere schwerwiegende gesellschaftliche und demokratische Herausforderungen politische Legitimität beeinflussen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem möglichen Zusammenhang zwischen Wahrnehmungen politischer Legitimität durch die Bürger/innen und dem Aufkommen von Populismus. Die Forschung im Rahmen des Projekts bewegt sich im Spannungsfeld zwischen zwei Perspektiven auf dieses Verhältnis, die als Forschungsfragen formuliert werden können:

(1) Ist Populismus eine Konsequenz des Niedergangs politischer Legitimität und daher u. a. auf eine Repräsentationslücke zurückzuführen?

(2) Oder verursacht Populismus eine Krise der politischen Legitimität und gefährdet damit die Demokratie?

In einer Mehrebenenanalyse von Angebot und Nachfrage werden die Verhaltensweisen und Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern (Mikroebene) mit dem Verhalten politischer Parteien (Mesoebene) und der Krise sowie dem System politischer Legitimität (Makroebene) in Zusammenhang gebracht. Diese Perspektive auf demokratische Politik basiert auf tiefgreifenden quantitativen Datenanalysen, die dazu beitragen, den Rückgang politischer Legitimität in Deutschland und international vergleichend besser zu verstehen. Das Forschungsprojekt PolLegKris profitiert von der theoretischen wie methodischen Fachkompetenz des Teams und der engen Zusammenarbeit mit den Partnern von Solikris und anderen Wissenschaftler/innen aus dem WZB. Die Analysen im Rahmen des Projekts bauen auf Vorarbeiten der Teammitglieder in Bezug auf Parteien, öffentliche Meinung, Populismus, Migration, Umfrageforschung und der Analyse politischer Texte, auf.