AP 4: Marginalisierung von Jugendlichen

Das Leben junger Erwachsener in Europa hat sich in den vergangenen Jahren verändert. So wurden junge Europäer stärker von der wirtschaftlichen Krise getroffen als ältere Erwachsene und es ist ein genereller Trend zu beobachten, dass junge Erwachsene länger als frühere Generationen brauchen um Meilensteine des Erwachsenwerdens zu erreichen. Dies betrifft vor allem den Auszug aus dem Elternhaus, den Abschluss der Ausbildung, den Eintritt in den Arbeitsmarkt oder auch die Gründung einer Familie. Diese Veränderungen äußern sich auch im politischen Verhalten junger Erwachsener. Unzufrieden mit den traditionellen Parteien und deren Politik, wenden sie sich nicht-institutionalisierten Formen der politischen Partizipation zu oder unterstützen Protestparteien mit euroskeptischen oder rechtsextremen Tendenzen.

Vor dem Hintergrund dieser verlängerten und turbulenten Jugend wird dieses Arbeitspaket Ursachen, Konsequenzen und Wechselwirkungen zwischen ökonomischer und politischer Marginalisierung untersuchen. Dabei geht es unter anderem um die potentiellen Veränderungen in den politischen Einstellungen Jugendlicher und deren Einfluss auf den sozialen Zusammenhalt. Innerhalb des Arbeitspaketes werden beispielsweise Umfragedaten zu den Themen Einstellungen, Werte, Politische Partizipation und ökonomische, politische und soziale Integration von Jugendlichen herangezogen und so innovative Einblicke in Ursachen, Konsequenzen und potentielle Maßnahmen im Hinblick auf die Marginalisierung von Jugendlichen ermöglicht.