Standards, Richt­linien und Qualitäts­sicherung für Maßnahmen zur Ver­wirk­lichung der Ge­schlech­ter­ge­rech­tig­keit in der Wissen­schaft

© Gordon Johnson / Pixabay.com

Gleichstellungsrelevante Papiere zentraler Wissenschaftsorganisationen

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der Stellungnahmen und Positionspapiere von den zentralen Organisationen und Einrichtungen der deutschen Wissenschaftslandschaft in alphabetischer Reihenfolge.

Diese Sammlung wurde mit dem Ziel zusammengestellt, einen Überblick über die verschiedenen Organisationen samt unterschiedlichen Stellungnahmen und Positionspapieren zu gewinnen. Im Fokus stehen einschlägige Dokumente, die die Umsetzung von Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft zum Ziel haben, hierzu Strategien formulieren oder Maßnahmen vorschlagen.

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen bildet einen Zusammenschluss der zentralen deutschen Wissenschaftsorganisationen. Ihre Mitglieder sind die Alexander von Humboldt-Stiftung, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Fraunhofer Gesellschaft, die Helmholtz-Gesellschaft Deutscher Forschungszentren, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft sowie der Wissenschaftsrat. Die Allianz bezieht regelmäßig Stellung zu forschungspolitischen Fragestellungen.

Erscheinungsjahr  Titel                                            Ziele des Papiers                                      
2006

Gemeinsamer  Beschluss vom 29.11.2006

Die Mitglieder verständigen sich auf die Anpassung des Frauenanteils im wissenschaftlichen Nachwuchs, wie bei der Neubesetzung von Entscheidungs- und Führungspositionen und in Gremien oder Gutachtungsgruppen. Zudem soll die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessert werden. Jede Organisation soll außerdem Transparenz über die Beteiligung von Wissenschaftlerinnen in Strukturen und Prozessen schaffen. Nach fünf Jahren soll eine Evaluation erfolgen.

                                                 

 

Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) beschäftigt sich als gemeinnütziger Verein mit gleichstellungspolitischen Themen auf Hochschulebene. Mitglieder sind die Frauen- und Gleichstellungsakteur*innen sowie die  Mitarbeiter*innen in Gleichstellungsbüros und Funktionsträger*innen im Bereich der Gleichstellung an Hochschulen.

Erscheinungsjahr Titel Ziele des Papiers Weiterführend
2019 Positionspapier: Gemeinsam für eine geschlechtergerechte, vielfältige Wissenschaft: Antifeministischen Positionen entgegentreten!

Die bukof fordert alle Hochschulen dazu auf, gleichstellungs- und geschlechterpolitische Errungenschaften und Ziele gemeinsam zu verteidigen und antifeministischen Positionen gemeinsam und solidarisch entgegenzutreten.

 

2019 Offener Brief: Hochschulpakt und Geschlechtergerechtigkeit zusammendenken! Die bukof fordert die Bundesministerin und die Landesminister*innen als Mitglieder der GWK auf, Geschlechtergerechtigkeit als Querschnittsthema in die Programmgestaltung des Hochschulpakts einzubeziehen.

GWK: Hochschulpakt 2020

BMBF: Hochschulpakt

2018 Pressemitteilung: Das Bund‐/Länderprogramm zur Personalgewinnung an Fachhochschulen muss  Geschlechteraspekte beinhalten! Die bukof fordert die GWK auf, Geschlechtergerechtigkeit systematisch als Querschnittsthema in das Bund-/Länderprogramm zur Personalgewinnung an Fachhochschulen mit einzubeziehen und empfiehlt, die Erhöhung der Professorinnenanteile verbindlich festzuschreiben, geschlechtergerechte Qualitätsstandards als Vergabekriterium in die  Begutachtung der Strategieentwicklung der antragstellenden Hochschulen einzubeziehen und Genderkompetenz als Führungskompetenz, sowie Programme für eine geschlechtergerechte Karriereentwicklung von Frauen auf dem Weg zur Professur an Fachhochschulen in den förderfähigen Katalog aufzunehmen.  
2016 Empfehlungen zur geschlechtergerechten Gestaltung von Karrierewegen an Fachhochschulen Die bukof empfiehlt, kulturelle und strukturelle Aspekte zur Herstellung von Chancengerechtigkeit in der Gestaltung von geschlechtergerechten Karrierewegen an Fachhochschulen einzubeziehen. Dazu soll Geschlechtergerechtigkeit in der strukturellen Personalplanung manfestiert und als Qualitätsmerkmal berücksichtigt werden. Zudem sollen Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen zielgerichtet kooperieren.  
2015 Geschlechtergerechtigkeit in der Exzellenzinitiative und in weiteren Bund-Länder-Programmen Die bukof empfiehlt, das Exzellenzkriterium Geschlechtergerechtigkeit auch innerhalb der Fördermaßnahmen zu verankern und zu konkretisieren, dies betrifft Kooperationen in (über-)regionalen Verbünden, Forschungschwerpunkten, beziehungsweise Exzellenzzentren und Personal(entwicklungs)konzepte.

DFG: Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder

BMBF: Die Exzellenzstrategie

 

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist ein eingetragener Verein, in dem sich unterschiedliche Wissenschaftsinstitutionen wie Hochschulen, anderen Forschungseinrichtungen, Akademien der Wissenschaften sowie wissenschaftliche Verbänden selbstverwaltet organisieren. In wettbewerblichen Verfahren ermittelt die DFG die exzellente  Forschungsvorhaben und fördert sie. Bund und Länder sind als Mittelgeberin den entscheidenden Gremien vertreten.

Die 2008 von der DFG verfassten Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards sind ein grundlegendes gleichstellungspolitisches Positionspapier, an welchem sich andere Wissenschaftsorganisationen orientieren.

Erscheinungsjahr Titel Ziele des Papiers Weiterführend
2020

Die „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ der DFG: Zusammenfassung und Empfehlungen 2020

Im Jahr 2018 wurden die ursprünglichen Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards überarbeitet und ein qualitatives Berichtswesen beschlossen, dessen Schwerpunktthemen "Rekrutierungsverfahren zur Gewinnung von Wissenschaftlerinnen" und "Entlastung von Wissenschaftlerinnen für die Gremienarbeit" darstellen. Auf Grundlage des Berichtswesens sind die Zusammenfassung und die Empfehlungen im Jahr 2020 verfasst worden.  
2008 Forschungsorientierte Gleichstellungsstandards Die Mitgliedseinrichtungen der DFG haben sich 2008 zu den Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards selbstverpflichtet und treffen Maßnahmen zu deren Umsetzung und Verstetigung. Die Einhaltung der Gleichstellungsstandards bleiben ein entscheidungsrelevantes Kriterium bei der Bewilligung von Forschungsverbünden.

Leibniz Gleichstellungsstandards

Stellungnahme der Junge Akademie

 

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz stellt die zentrale Koordinierungsstelle der Wissenschaftsfördermittel des Bundes und der Länder dar. Ihr gehören die Wissenschafts- und Finanzminister*innen an. Ihr primäres Ziel ist der Erhalt und Ausbau der internationalen Konkurrenzfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Deutschland.

2005 wurde von Bund und Ländern erstmals der Pakt für Forschung und Innovation geschlossen und seitdem dreimal fortgeschrieben.   Ziel des Pakts ist die nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Zu diesem Zweck schließen die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft jeweils Zielvereinbarungen mit Bund und Ländern über die GWK. Eines der zentralen Ziele ist die Gewinnung der besten Köpfe, womit die Schaffung chancengerechter Strukturen verknüpft wird, um die Repräsentanz von Frauen im Wissenschaftssystem zu erhöhen.

Die Zielvereinbarungen zwischen der GWK und den Wissenschaftsorganisationen werden jährlich im Zuge der Monitoring -Berichte evaluiert. In diesen werden auch die Bemühungen, geschlechtergerechte Strukturen zu schaffen, evaluiert, weshalb die Monitoring-Berichte in dieser Auflistung geführt werden.

Durch die jährliche Fortschreibung des Datenmaterials „Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung“ stellt die GWK statistische Daten zu den Anteilen von Frauen an Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen zur Verfügung.

 

In der Hochschulrektorenkonferenz haben sich mehr als 260 deutsche Hochschulen freiwillig zusammengeschlossen. Somit versteht sich die HRK als Stimme der Hochschulen in Politik und Gesellschaft und vertritt sie politisch. Zudem ist sie an der Entwicklung von Standards im Wissenschafts- und Bildungssystem beteiligt.

Erscheinungsjahr Titel Ziele des Papiers Weiterführend
2019 Frauen in Leitungspositionen in der Wissenschaft Die HRK empfiehlt unterschiedliche Maßnahmen, um den Frauenanteil in Leitungspositionen in der Wissenschaft zu steigern. Sie fordert, Gute Governance-Strukturen zu verändern, Stereotype zu überwinden, einflussreiche Gremienpositionen mit Frauen zu besetzen, Frauen in Leitungspositionen besser zu unterstützen und Erfahrungen und Netzwerke von "Elder Stateswomen" zu nutzen.  
2018 Gegen sexuelle Diskriminierung und sexuelle Belästigung and Hochschulen Die HRK empfiehlt Maßnahmen gegen sexualisierte Diskriminierungen, sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt an Hochschulen und positioniert sich dagegen.  
2006 Frauen fördern. Empfehlung zur Verwirklichung von Chancengleichheit im Hochschulbereich Die HRK hat im Jahr 2006 erstmals Empfehlungen zur Verwirklichung von Chancengleichheit im Hochschulbereich ausgesprochen. In diesem Papier wird der Stand der Chancengleichheit im Hochschulbereich vorgestellt und einige Maßnahmen empfohlen. Nachgefolgte Evaluation von 2012

 

Der Wissenschaftsrat ist Europas ältestes wissenschaftspolitisches Beratungsgremium und berät sowohl den Bund als auch die Länder. Ein zentrales Ziel des Wissenschaftsrats ist, die deutsche Wissenschaftslandschaft zu fördern und international konkurrenzfähig zu machen. Ihm gehören 24 Wissenschaftler*innen und acht Personen des öffentlichen Lebens an.

Erscheinungsjahr Titel Ziele des Papiers              
2012 Fünf Jahre Offensive für Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern - Bestandsaufnahme und Empfehlungen In diesem Papier soll zunächst beurteilt werden, inwiefern Ziele der Empfehlungen aus dem Jahr 2007 erreicht wurden, wobei die detaillierte Evaluation von einzelnen Maßnahmen nicht beabsichtigt wird.                                          

2007

Empfehlungen zur Chancengleichheit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

In einer von BMBF finanzierten Tagung zum Thema "Exzellenz in Wissenschaft und Forschung. Neue Wege in der Gleichstellungspolitik" sollte im November 2006 ein medienwirksames Signal für Chancengleichheit im deutschen Wissenschaftssystem gesetzt werden. Die dabei erarbeiteten Empfehlungen sollen als Orientierungsrahmen für die folgenden Jahre dienen und umfassen Empfehlungen zur Organisationsentwicklung, Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben, Transparenz und Evaluation.

 

 

 

Förderkennzeichen: 01FP1901

Logo BMBF