Leitlinien

Das bei GESIS Leibniz-Institut für die Sozialwissenschaften aufgebaute und gepflegte Fachrepositorium SSOAR (Social Science Open Access Repositorium) bündelt elektronische Fachpublikationen und stellt diese der sozialwissenschaftlich forschenden Wissenschaftsgemeinschaft entsprechend der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen im Netz global zur Verfügung.

Dazu betreibt ein Team von fest angestellten WissenschaftlerInnen und Wissenschaftlern, Infomatikerinnen und Informatikern sowie Bibliothekarinnen und Bibliothekaren SSOAR mit dem Ziel, dieses zum zentralen Archiv für zweitveröffentlichte, digitale Publikationen für die sozialwissenschaftliche Forschung in Deutschland weiter zu entwickeln. In diesem Sinne sind wir bei GESIS um inhaltliche Profilierung bemüht und grenzen unseren Scope von denen anderer disziplinärer Volltextserver insb. von EconStor und pedocs ab. Gleichzeitig sind wir bestrebt, unsere Kooperationen mit Herausgebern, Verlagen und Forschungseinrichtungen weiter auszubauen und interessante Kooperationsmodelle zu entwickeln. Darüber hinaus geht es uns aber ganz wesentlich darum, die Funktionen eines Repositoriums mit Hinblick auf das digitale Publizieren und Archivieren, Linked Open Data, Altmetrics etc. zu optimieren und zu erweitern.

Scope

SSOAR ist das wissenschaftliche Fachrepositorium für die Sozialwissenschaften und veröffentlicht dementsprechend fachlich relevante wissenschaftliche Veröffentlichungen aus den Sozialwissenschaften, insbesondere der Soziologie und Politikwissenschaften sowie deren Methoden, der Sozialpolitik, der Sozialpsychologie, der Bevölkerungsforschung, der historischen Sozialforschung, der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie auch aus den Kommunikationswissenschaften. In der Regel können über SSOAR deutsch- und englischsprachige Publikationen archiviert werden. Über die Aufnahme von Publikationen aus den Randgebieten der genannten Fächer sowie Publikationen in anderen Sprachen wird individuell auf Anfrage entschieden. In jedem Fall müssen wichtige Metadaten wie Abstract und Schlagwörter in deutscher oder englischer Sprache verfügbar sein.

SSOAR verfolgt in erster Linie den grünen Weg des Open-Access und sieht sich als Zweitveröffentlicher bereits qualitätsgeprüfter Literatur. Wir veröffentlichen Pre- und Postprints sowie die Verlagsfassungen. Sie können SSOAR aber auch zur Erstveröffentlichung nutzen, sofern die Publikation allgemein anerkannten wissenschaftlichen Qualitätskriterien entspricht. Da wir bei SSOAR keine redaktionelle Prüfung von Erstpublikationen vornehmen, werden diese über die Metadaten als „nicht-begutachtete“ Erstpublikation ausgewiesen.

Folgende Dokumentenarten können auf SSOAR archiviert und verfügbar gemacht werden:

  • Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken
  • Beiträge in Arbeitspapieren, Working Paper-Reihen (graue Literatur)
  • Monographien und Sammelwerke
  • Qualifikationsarbeiten

Um einen dauerhaft guten Service anbieten und eine Langzeitarchivierung der Volltexte vornehmen zu können, sollen die Volltexte ausschließlich im PDF-Format eingereicht werden. Dieses darf nicht durch ein Kennwort geschützt sein und auch keinen weiteren Sicherheitsbeschränkungen unterliegen. Zudem müssen alle verwendeten Fonts/Schriften eingebunden sein. Am besten werden Standardschriften verwendet sowie die Sprache bereits in den Dokumenteneingenschaften festgelegt.

Open-Access-Verfügbarmachung

Um eine hohe Auffindbarkeit und exponierte Rankings der Publikationen in Suchmaschinenabfragen zu erzielen, werden diese formal und inhaltlich beschrieben. Für die inhaltliche Erschließung stehen bei der Selbstmeldung kontrollierte Schlagwörter des TheSoz sowie die Möglichkeit zur Vergabe freier Schlagwörter zur Verfügung. Auch wird die Formulierung eines Abstracts dringend empfohlen. Darüber hinaus wird jede Publikation vom SSOAR-Team mittels der Klassifikation Sozialwissenschaften klassifiziert.

Zur weiteren Erhöhung der Sichtbarkeit der Volltexte im Netz, werden die Metadaten an OAI Service Provider wie die Bielefeld Academic Search Engine (BASE), OAIster und weitere Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek und die Nachweisdatenbank der Leibniz-Gemeinschaft LeibnizOpen weitergegeben. Gleiches gilt für die Indizierung von SSOAR im Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) und im Open Access Netzwerk (OAN). Darüber hinaus ist SSOAR OpenAIRE-compliant, so dass mit EU-Mitteln geförderte Publikationen inkl. der Fördernummer dort nachgewiesen werden.

Sämtliche Metadaten stehen unter einer CC0-Lizenz zur Verfügung und können über die standardisierte OAI-PMH-Web-Schnittstelle geharvestet und ohne Einschränkungen frei genutzt werden.

Um einen dauerhaften Zugang, eine eindeutige Referenzierung und Zitation zu gewährleisten, wird jedem Volltext ein Persistent Identifier (URN) - vergleichbar einer elektronischen ISBN oder ISSN - zugewiesen. In Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek arbeiten wir gleichzeitig an der Langzeitarchivierung der Volltexte, damit diese auch in Zukunft über SSOAR frei im Netz recherchierbar sind. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass einmal veröffentlichte Texte, nicht vom Einstellenden wieder gelöscht werden können. Auf ausdrücklichen Wunsch der Urheberin, des Urhebers bzw. der Rechteinhaber und beim Vorliegen wichtiger, rechtlicher Gründe wird der Zugriff auf den Volltext vom Team SSOAR deaktiviert, der entsprechende Metadatensatz bleibt jedoch über die URN erreichbar, um eine stabile Verlinkung zu gewährleisten.

Bei Volltexten, die bereits an anderer Stelle, z.B. einem anderen Repositorium, mit einem Persistent Identifier (PID), also einer URN, einer DOI oder einem Handle archiviert sind, weisen wir in SSOAR in der Regel nurmehr die Metadaten nach und verlinken über den PID auf den entsprechenden Volltext.

Jedem auf SSOAR archivierten Volltext wird ein Deckblatt vorgeschaltet, auf welchem die wichtigsten Metadaten, der Zitationshinweis sowie die Lizenz/Nutzungsbedingungen für den Endnutzer angegeben sind. Wir empfehlen – wenn möglich – die Veröffentlichung unter der CC-BY-Lizenz.

SSOAR ermöglicht eine Versionierung von Veröffentlichungen. Damit können überarbeitete Fassungen, insbesondere aber auch veröffentlichte Fassungen im Nachgang zu einem Pre- oder Postprint als eine neue Version veröffentlicht werden. Die Vorgängerversion bleibt über die URN ansteuerbar. Eine inhaltliche Recherche über Suchmaschinen oder in SSOAR direkt verweist dann jeweils auf die aktuellste Fassung, deren Metadaten auch auf die Vorgängerversion hinweist und vice versa.

Nutzungsvereinbarungen und Leistungen

Im Rahmen der Veröffentlichung wird GESIS, dem Betreiber von SSOAR, entsprechend dem Urheberrecht ein einfaches Nutzungsrecht übertragen. Dieses erlaubt GESIS, den Volltext zu speichern, ihn der Öffentlichkeit zur Online-Nutzung (Anschauen, Download und Ausdrucken) zur Verfügung zu stellen und diesen zum Zwecke der Langzeitarchivierung in andere Datenformate zu konvertieren. Über die Nutzungsvereinbarungen bzw. Kooperationsverträge lässt sich GESIS darüber hinaus die Rechte einräumen, den Volltext zu informationswissenschaftlicher Forschung sowie zu Text- und Dataminingaktivitäten zu nutzen. Dies tun wir, um unsere Services beständig zu optimieren und z.B. Volltexte mit dazugehörigen, also im Text selbst zitierten und im Open Access verfügbaren Forschungsdatensätzen zu verknüpfen. Da wir die Nutzungsvereinbarungen nach Bedarf anpassen,  empfehlen wir unseren Nutzerinnen und Nutzern, die auf SSOAR veröffentlichen, regelmäßig aktualisierte Nutzungsvereinbarungen zur Kenntnis zu nehmen.

Es liegt in der Verantwortung derjenigen, die die Dokumente an SSOAR zur Veröffentlichung übergeben (Selbst-Upload oder Massenablieferung), sicherzustellen, dass mit der Open-Access Bereitstellung auf SSOAR keine Rechte Dritter (insb. Urheber- oder Nutzungsrechte) verletzt werden. Die Verfügbarmachung der Veröffentlichung auf SSOAR steht einer weiteren Veröffentlichung der Publikation in Printmedien oder auf anderen Dokumentenservern nicht entgegen.

Im Falle einer Veröffentlichung auf SSOAR entscheidet der Einstellende mit der Vergabe der Lizenz darüber, wie der Volltext vom Endnutzer verwendet werden darf.

Freischaltung durch das SSOAR-Team

Bevor die Publikation dann frei im Netz veröffentlicht wird, werden die Angaben vom Team SSOAR geprüft und vor allem um die Klassifikation und ggf. um weitere Informationen ergänzt und freigeschaltet. Im Moment der Freischaltung erhalten Sie eine E-Mail mit den personalisierten Nutzungsvereinbarungen sowie dem stabilen, zitierfähigen Link zu Ihrer Publikation.

Das SSOAR-Team behält sich das Recht vor, über die Veröffentlichung von eingereichten Volltexten abschließend zu entscheiden.

Nutzungsstatistiken

Über das entsprechende Statistik-Core werden in einer standardisierten Abfrage des Solr-Indexes aus der Repositoriumssoftware DSpace heraus Nutzungsstatistiken pro Monat (Pageviews der Metadatenvollanzeige und Downloads des Volltextes) generiert und pro Datensatz bzw. pro Volltextnachweis auf der Metadatenvolltextanzeige angezeigt.

Zurückziehung von Volltexten

GESIS kann aus eigener Veranlassung oder auf Verlangen der Autorin, des Autors oder der Einrichtung, die den Volltext auf SSOAR verfügbar gemacht haben, den Zugriff auf den Volltext sperren, wenn sich die/der betroffene Autor/in nach §42 UrhG auf sein Recht zum Rückruf wegen gewandelter Überzeugung oder sein Persönlichkeitsrecht beruft oder wenn die Rechte Dritter verletzt werden. Dazu wird der Text aber nicht gelöscht, weil dieser im Veröffentlichungsprozess einen PID (Persistent Identifier) erhalten hat, der Text also bereits  verwendet bzw. zitiert worden sein kann. Die Metadaten und der Zugriff auf die Metadatenvollanzeige bleiben in SSOAR bestehen, der Zugriff auf den Volltext wird jedoch mit einem transparenten Hinweis auf die Gründe gesperrt.

Verfügbarkeit der Volltexte

GESIS garantiert eine Archivierung der auf SSOAR eingestellten Volltexte für mindestens fünf Jahre.