Programme for the International
Assessment of Adult Competencies

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Beatrice Rammstedt

Survey Design and Methodology
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Beatrice Rammstedt

PIAAC – Eine internationale Studie zur Untersuchung von Alltagsfertigkeiten Erwachsener

PIAAC ist eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), welche zum Ziel hat, Kompetenzen Erwachsener im internationalen Vergleich zu untersuchen. Mit dem nationalen Projektmanagement von PIAAC in Deutschland hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften für die Laufzeit von Februar 2009 bis Juni 2014 beauftragt. Zudem ist GESIS Teil des internationalen Konsortiums von PIAAC und hier für die Validierung und Übersetzung des Hintergrundfragebogens verantwortlich.

PIAAC im Überblick

PIAAC steht für Programme for the International Assessment of Adult Competencies. Ähnlich wie bei PISA, dem Programme for International Student Assessment, handelt es sich um eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geförderte und international vergleichende Studie zur Erfassung von Kompetenzen. Im Gegensatz zur PISA-Studie, bei der die Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern gemessen werden, liegt der Fokus bei PIAAC auf der erwachsenen Bevölkerung. Eine detaillierte Beschreibung des Designs von PIAAC und die Umsetzung der Studie in Deutschland findet sich in Martin et al. (2013) und Zabal et al. (2014).
Mit PIAAC werden grundlegende Kompetenzen untersucht, die notwendig sind, um den alltäglichen und beruflichen Anforderungen erfolgreich begegnen zu können. Hierzu gehören Lesekompetenz, alltagsmathematische Kompetenz und technologiebasiertes Problemlösen. Von diesen Grundkompetenzen wird angenommen, dass sie für die erfolgreiche Informationsverarbeitung in einer modernen Gesellschaft von zentraler Bedeutung sind. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung zahlreicher weiterer, spezifischer Fähigkeiten und Fertigkeiten. PIAAC bietet die Möglichkeit, Unterschiede in diesen Grundkompetenzen zwischen den Ländern aufzuzeigen und Faktoren zu identifizieren, die bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung dieser Kompetenzen eine zentrale Rolle spielen.
Für PIAAC wurden pro Teilnehmerland etwa 5.000 zufällig ausgewählte Erwachsene im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Die Durchführung der Erhebung wurde in mehreren Zyklen geplant (ähnlich wie bei PISA, allerdings in 10-Jahresabständen). Zyklus I besteht dabei aus insgesamt 3 Runden. Für Runde I wurden in 2010 die Erhebungsinstrumente und das Design in einer umfangreichen Feldstudie getestet. In Deutschland wurde die PIAAC-Hauptstudie von Sommer 2011 bis Frühjahr 2012 durchgeführt. An Runde I des ersten Zyklus von PIAAC nahmen 24 Länder teil. Die ersten Ergebnisse hierzu wurden am 8. Oktober 2013 international sowie national veröffentlicht. An der zweiten Runde (2012-2016) nahmen weitere 9 Länder teil. Die Ergebnisse der Runde I und II für insgesamt 33 Länder wurden im Juni 2016 veröffentlicht. Darüber hinaus nehmen im Rahmen des ersten Zyklus derzeit (2016-2019) noch weitere sechs Länder an der dritten Runde teil. Der zweite PIAAC Zyklus ist für das Jahr 2021 geplant.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hatte GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften mit der Durchführung der PIAAC-Studie in Deutschland beauftragt. Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Beatrice Rammstedt führte ein Team von Wissenschaftlerinnen die Studie in Deutschland durch. Das Team wurde von internen sowie externen Experten wissenschaftlich beraten.

Inhalte

PIAAC beinhaltet zwei zentrale Teile: die Kompetenzmessung (Dauer ca. 60 Minuten) und den Hintergrundfragebogen (Dauer ca. 45 Minuten). Die Kompetenzmessung im ersten Zyklus von PIAAC umfasst: die Lesekompetenz (inklusive der grundlegenden Komponenten der Lesekompetenz), die alltagsmathematische Kompetenz und technologiebasiertes Problemlösen.

Bei PIAAC erfolgte die Kompetenzmessung erstmalig computergestützt. Für befragte Personen, die im Umgang mit dem Computer nicht hinreichend vertraut waren, gab es eine papierbasierte Kompetenzmessung. Darüber hinaus wurden über einen Hintergrundfragebogen zentrale Individualdaten ermittelt. Dazu zählen demographische Merkmale, wie z.B. das Alter oder das Geschlecht einer Person, sowie der Bildungshintergrund oder die Berufsbiographie. Auch die Nutzung der eigenen Fähigkeiten, Persönlichkeitsmerkmale und Einstellungen der befragten Personen wurden im Rahmen des Hintergrundfragebogens erhoben.

Das gesamte Erhebungsinstrumentarium wurde in einer Feldstudie getestet. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie wurden die Fragen und Aufgaben für die Hauptstudie ausgewählt und modifiziert.

Einige dieser Elemente von PIAAC zeichnen sich im Vergleich zu Vorgängerstudien zur Kompetenzmessung durch ihre hohe Innovation aus.

Projektstruktur

International

PIAAC wurde im Auftrag der OECD durchgeführt. Zentrales Entscheidungsorgan für PIAAC war das Board of Participating Countries (BPC), in welchem die Geldgeber der beteiligten Länder vertreten waren. Für die internationale Projektimplementierung wurde Anfang 2008 ein internationales Konsortium unter Leitung des Educational Testing Service (ETS) gebildet. Dieses Konsortium wurde durch einen wissenschaftlichen Beirat (Technical Advisory Group, TAG) unterstützt und beraten. Darüber hinaus gab es für jede in PIAAC gemessene Domäne eine beratende Expertengruppe. Das vom internationalen Konsortium entwickelte Design von PIAAC wurde in den 33 teilnehmenden Ländern umgesetzt.

Deutschland wurde im BPC durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vertreten.

Weitere Informationen:

National

GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften wurde von dem BMBF und dem BMAS mit der nationalen Projektdurchführung in Deutschland beauftragt. Bei GESIS arbeitete ein Team von sieben Wissenschaftlerinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Beatrice Rammstedt an PIAAC.

Zeitplan

Die Planung und Designentwicklung von PIAAC Runde I auf internationaler Ebene begann im Jahr 2008. Das Nationale Projektmanagement von PIAAC in Deutschland startete im Februar 2009. In 2010 wurde in allen Teilnehmerländern der ersten Runde ein Feldtest durchgeführt, dessen Ergebnisse und Erfahrungswerte die Grundlage für die PIAAC-Hauptstudie bildeten. Die Datenerhebung für Runde I der Hauptstudie begann im August 2011 und endete im März 2012. Erste Ergebnisse wurden am 08. Oktober 2013 international sowie national veröffentlicht.

An PIAAC Runde II nahmen neun weiter OECD und Partner Länder teil. Die Datenerhebung für die zweite Runde fand 2014/2015 statt. Die Daten für Runde II wurden 2016 veröffentlicht.

Zeitplan Runde I (1.3 MB)

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