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BIH und Charité berufen erste Wissenschaftlerin auf BIH Johanna Quandt Professur

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Mit den BIH Johanna Quandt-Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung von drei W2-Professuren am BIH, gezielt für Frauen.

Am 1. Oktober 2017 hat Petra Ritter die BIH Johanna Quandt Professur für Gehirnsimulationen am Berliner Institut für Gesundheitsforschung/Berlin Institute of Health (BIH) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin angetreten. Gefördert wird die W2-Professur von der Stiftung Charité.

Petra Ritters Forschungsschwerpunkt ist die personalisierte Gehirnsimulation. Dafür hat sie gemeinsam mit ihrem Team an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité und internationalen Partnern die Informatikplattform The Virtual Brain aufgebaut, mit der Prozesse im menschlichen Gehirn am Computer simuliert werden. Ritter und ihr Team integrieren Daten von Patientinnen und Patienten, die beispielsweise einen Schlaganfall erlitten haben oder an einem Gehirntumor erkrankt sind, in die Simulationen. Daraus ergeben sich dann auf den jeweiligen Patienten zugeschnittene Modelle, die für ein besseres Verständnis von Krankheitsprozessen im Gehirn beitragen und neue Therapieansätze ermöglichen. Das Prinzip ist einfach: Je mehr Daten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler integrieren, desto präzisier werden die Modelle. „Meine Vision ist es, dass die Behandlung einer Gehirnerkrankung in Zukunft an einem digitalen Doppelgänger im Computer geplant werden kann“, sagt Privatdozentin Dr. Petra Ritter, denn auch mögliche Szenarien für den Verlauf einer Erkrankung können Ritter und ihr Team mithilfe des Virtual Brain simulieren. So lassen sich möglicherweise in Zukunft Behandlungspläne frühzeitig anpassen.

Ritter ist seit 2001 an der Charité tätig. Im Rahmen der BIH Johanna Quandt Professur will sie mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Gemeinsamen Forschungsraums von Charité und MDC die Virtual Brain Plattform ausbauen. Zum einen soll die Plattform anwenderfreundlicher gestaltet werden, um sie einem möglichst breiten Nutzerkreis in Klinik und Wissenschaft zugänglich zu machen. Zum anderen werden die Modelle schrittweise weiterentwickelt und validiert. Geplant ist außerdem eine enge Zusammenarbeit mit dem Human Brain Project. Ähnlich wie beim Virtual Brain werden bei diesem EU Flagship Projekt anonymisierte Patientendaten gesammelt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für ihre Forschung am menschlichen Gehirn zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Ritter eine außerordentlich innovative Wissenschaftlerin gewinnen konnten“, sagt Professor Martin Lohse, Sprecher des BIH. „Ritters digitale Anwendungen helfen nicht nur „Gedanken zu lesen“, sondern auch zu verstehen, was bei jedem Einzelnen etwa bei Epilepsien oder Alzheimer im Gehirn schief läuft. Und das ist die Grundlage für neue Therapien.“

Mit den BIH Johanna Quandt-Professuren unterstützt die Stiftung Charité die Einrichtung von drei W2-Professuren am BIH, gezielt für Frauen. Alle Professuren sind von Beginn an mit einer Dauerperspektive verbunden und verstehen sich daher auch als Modellversuch für einen echten Tenure Track. Eine weitere Besonderheit der BIH Johanna Quandt-Professuren besteht darin, dass die Bewerberinnen das Gebiet ihrer Professur selbst bestimmen. Entscheidend für die Auswahl war die innovative und interdisziplinäre Ausrichtung mit einem translationalen Ansatz. Durch die BIH Johanna Quandt Professuren stärken das BIH, die Charité und die Stiftung Charité die Chancengleichheit innerhalb der Berliner Gesundheitsforschung.

Im Interview spricht Petra Ritter über ihre Forschung und Zukunftspläne:
https://www.bihealth.org/de/institut/rekrutierung/bih-johanna-quandt-professorsh...

Quelle: Gemeinsame Pressemeldung von Berliner Institut für Gesundheitsforschung und Charité – Universitätsmedizin Berlin, 04.10.2017

 

 

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