Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Bildungsgefälle zwischen den Geschlechtern nimmt ab, Frauen sind aber im Bereich Forschung und Innovation nach wie vor unterrepräsentiert


Kategorien: Fördermaßnahmen; Europa und Internationales; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Gleichstellungsmaßnahmen; MINT; Statistik; Wissenschaft Aktuell

Die Zahl der Frauen, die ein Bachelor-, Master- und Promotionsstudium betreiben und erfolgreich abschließen, ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Frauen sind im Bereich Forschung und Innovation allerdings nach wie vor unterrepräsentiert. Dies sind einige der wichtigsten Erkenntnisse des von der Europäische Kommission herausgegebenen Berichts „She Figures 2021“. In dieser Publikation werden seit 2003 die Fortschritte beobachtet, die bei der Gleichstellung der Geschlechter im Bereich Forschung und Innovation in der Europäischen Union und in Drittländern erzielt wurden.

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend, stellte mit Blick auf den diesjährigen Bericht erfreut fest: „Aus dem jüngsten Bericht „She Figures“ geht hervor, dass die Wirtschaft, die Labore und die Wissenschaft in Europa bereits jetzt auf Frauen angewiesen sind. Der Bericht zeigt jedoch auch, dass wir noch mehr für die Gleichstellung der Geschlechter tun müssen, um insbesondere Mädchen für eine Karriere in den MINT-Berufen zu interessieren. Zweifellos braucht Europa die Kreativität und das unternehmerische Potenzial von Frauen für die Gestaltung einer nachhaltigeren, grüneren und digitaleren Zukunft.“

In der Publikation „She Figures 2021“ wird hervorgehoben, dass im Durchschnitt auf Bachelor- und Master-Ebene die Studentinnen (54 %) und die Absolventinnen (59 %) in der Mehrheit sind und auf Promotionsebene ein nahezu ausgewogenes Geschlechterverhältnis (48 %) herrscht. Allerdings bestehen immer noch Unterschiede zwischen den Studienfächern. So machen Frauen weiterhin weniger als ein Viertel der Doktoranden im IKT-Bereich aus (22 %), in den Bereichen Gesundheit und Wohlfahrt und Bildung dagegen mindestens 60 % (60 % bzw. 67 %).

Darüber hinaus sind nur etwa ein Drittel der Forschenden (33 %) Frauen. Auf der höchsten akademischen Ebene sind Frauen mit ungefähr einem Viertel der ordentlichen Professuren (26 %) nach wie vor unterrepräsentiert. Frauen haben auch weniger Chancen, als Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen beschäftigt zu werden (41 %) und sind unter den Selbstständigen in den Bereichen Wissenschaft, Ingenieurwesen und IKT unterrepräsentiert (25 %).

Hintergrund

„She Figures“ ist eine alle drei Jahre durchgeführte Studie, in der die Gleichstellung der Geschlechter im Bereich Forschung und Innovation (FuI) überwacht wird. In der 2003 erstmals veröffentlichten Studie wird der Werdegang von Forscherinnen und Forschern während und nach Abschluss des Studiums verfolgt. Dabei werden ihre Teilhabe am Arbeitsmarkt als Forschende, ihre Arbeitsbedingungen, ihr beruflicher Aufstieg und die Übernahme von Führungspositionen sowie die FuI-Ergebnisse (einschließlich der Erfindertätigkeit) untersucht. Statistikkorrespondent*innen aus den EU-Mitgliedstaaten und assoziierten Ländern helfen dabei, die Daten zusammenzutragen.

Die kommissarische Leiterin des CEWS, Dr. Andrea Löther wirkt seit 2001 als deutsche Delegierte in der Gruppe „Statistical Correspondents on Women and Science“ an der Erstellung der „She Figures“ mit.  

Weitere Informationen:

Gender equality in research and innovation

She Figures 2021 report

Infographic: She Figures 2021

Interactive webpage

 

Quelle und weitere Informationen zu Gleichstellungsmaßnahmen in der EU: PM - EU-Kommission, 24.11.2021