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Professorinnenprogramm: Fünf ausgezeichnete Hochschulen berufen vierte Professorin

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Mit Erfolg bringen fünf Hochschulen vier weiblich besetzte Professuren zur Förderung aus dem von Bund und Länder aufgelegten Professorinnenprogramm ein.

Das Professorinnenprogramm, das die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) erstmals 2007 beschlossen hat, förderte in seiner ersten und zweiten Programmphase (2008 bis 2017) die Berufung von bis zu drei Professuren, die mit Wissenschaftlerinnen besetzt wurden. In der derzeit laufenden, dritten Programmphase ist es auch möglich, dass Hochschulen, die das Prädikat „Gleichstellung ausgezeichnet!“ erhalten haben, eine vierte Professur beantragen. Das Prädikat wurde an zehn Hochschulen vergeben, fünf von diesen haben bereits die vierte Professur erfolgreich besetzt.

Der Freien Universität Berlin, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Hochschule Fulda, der Universität Bielefeld sowie der Universität Osnabrück ist es gelungen, jeweils vier Professorinnen mithilfe des Förderprogramms zu berufen. Voraussetzung für diese Förderung waren überzeugende gleichstellungspolitische Strukturen und Maßnahmen der Hochschulen, die zunächst durch ein unabhängiges Gremium von Expertinnen und Experten begutachtet wurden. Die Konzepte der Hochschulen erhielten Bestbewertungen mit dem Prädikat „Gleichstellung: ausgezeichnet!“ und die Hochschulen damit die Möglichkeit, nach regelgerechten Berufungsverfahren vier auf Professuren berufene Spitzenwissenschaftlerinnen in die Programmförderung einzubringen.

„Deutschland ist Innovationsland. Unser größter Schatz sind die vielen klugen Menschen in unserem Land. Darauf basieren unser Wohlstand und unser hoher Lebensstandard. Deshalb sind Spitzentalente für uns unverzichtbar“, so die Vorsitzende der GWK, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek. „Wir wollen daher auch mehr Frauen in Spitzen- und Führungspositionen in der Wissenschaft sehen. Die besten Teams sind gemischt. Und Frauen haben genauso viele Talente in ihren Reihen wie Männer. Das gemeinsame Ziel von Bund und Ländern ist es, gleichstellungspolitische Strukturen und Steuerungsprozesse an Hochschulen zu stärken, um einen Kulturwandel im Wissenschaftssystem einzuleiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu befördern. Davon profitieren alle in der Wissenschaft, nicht nur Frauen. Mit der Auszeichnung „Gleichstellung ausgezeichnet!“, die besonders engagierten Hochschulen zu Teil wird, konnten Bund und Länder einen weiteren Anreiz setzen, sich bei den Maßnahmen zur Gleichstellung noch mehr anzustrengen.“

Der stellvertretende Vorsitzende der GWK und Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz, Prof. Dr. Konrad Wolf, bezeichnet das Bund-Länder-Programm als wichtigen Baustein, um mehr Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft herzustellen: „Nach wie vor sind Frauen in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern und mehr Chancen für qualifizierte Frauen schaffen, Karriere in Forschung und Lehre zu machen. Auch dank des Professorinnenprogramms können wir deutliche Erfolge vorweisen: So ist der Anteil der Frauen in der Wissenschaft zuletzt insgesamt stärker angestiegen, als dass das nach den Statistiken der Vorjahre zu erwarten gewesen wäre. Diesen Anstieg verdanken wir den Anstrengungen der Hochschulen und insbesondere auch dem Professorinnenprogramm. Es zeigt, wie wichtig die gezielte Frauenförderung in der Hochschule ist. Und Bund und Länder verstärken ihr Engagement. Im Rahmen der aktuell laufenden dritten Phase stellen wir gemeinsam insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung. Dies entspricht einer Steigerung um 33 Prozent gegenüber den ersten beiden Programmphasen.”

Quelle: PM - Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, 05.11.2020