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ESeC – European Socioeconomic Classification

ESeC bietet eine Klassifikation sozioökonomischer Positionen sowohl für europäische Vergleiche als auch für nationale Analysen. Im ESeC-Projekt wurden für Europa, ausgehend vom Erikson-Goldthorpe-Klassenschema (EGP) als theoretischem Modell, harmonisierte Operationalisierungen und Validierungen umgesetzt. Für die Klassenzuordnungen werden die Berufsbezeichnungen nach der Internationalen Standardklassifikation der Berufe (ISCO-08; Berufsuntergruppen (3-Steller)), die Stellung im Beruf und die Art des Beschäftigungsverhältnisses verwendet. Die Recodierung folgt im Wesentlichen der SPSS-Syntax von Eric Harrison.

Im Mikrozensus ab 2012 stehen für die Abgrenzung der Aufsichts- oder Vorgesetztenfunktion (Supervisor-Status) zwei Quellen zur Verfügung.

  • Die Angaben zu den Arbeitsplatzanforderungen (Variablen EF116u1-EF116u6; Frage 32; ohne Auskunftspflicht) umfassen im Wesentlichen Aufsichtsfunktionen. Die Frage wird von 19 % aller abhängig beschäftigten Erwerbstätigen nicht beantwortet. Diese Gruppe wird bei der Zuweisung zu ESeC-Kategorien wie Personen ohne Supervisor-Status recodiert. Die Angaben werden seit 2012 nicht mehr mit dem Auswahlsatz für die Strukturvariablen des EU Labour Force Survey von 0,1 %, sondern mit dem vollen Auswahlsatz von 1 % erfragt.
  • Ab 2012 enthält die neue Variable EF120 (Frage 35) Angaben sowohl zu Führungs- als auch Aufsichtsfunktionen. Im Unterschied zu EF116u* liegen nur für rund 2 % der abhängig beschäftigten Erwerbstätigen keine gültigen Angaben vor; dies betrifft überwiegend Personen des Jahresüberhangs, die mit dem Fragebogen des Jahres 2011 befragt wurden.

Sowohl die Erhöhung des Auswahlsatzes als auch die neuen Angaben zur Führungs- und Aufsichtsfunktion (EF120) bieten erstmals die Möglichkeit zur Recodierung von ESeC für die gesamte Stichprobe. Werden die Variablen EF116u* verwendet, haben unter Ausschluss aller ungültigen Angaben 27 % der abhängig beschäftigten Erwerbstätigen einen Supervisor-Status (ohne Hochrechnung). Bei Verwendung von EF120 sind es 20 %. Die Randverteilungen (%) von ESeC beider Versionen unterscheiden sich lediglich marginal.

In Bezug auf Führungs- vs. Aufsichtsfunktionen sind in den nationalen Erhebungsbögen des EU Labour Force Surveys unterschiedliche Frageformulierungen zu finden (siehe Pollak et al. 2009; dies trifft auch aktuell zu). Für die Verwendung von EF120 sprechen insbesondere die sehr geringen Antwortausfälle.

Weitere Informationen:

  • Webseite von Eric Harrison zu ESeC [letzter Besuch: 02/2017]
  • Müller, Walter, Heike Wirth, Gerrit Bauer, Reinhard Pollak und Felix Weiss (2006): ESeC - Kurzbericht zur Validierung und Operationalisierung einer europäischen sozioökonomischen Klassifikation. ZUMA-Nachrichten 30 (59): 111-119 [.pdf].
  • Pollak, Reinhard, Heike Wirth, Felix Weiss, Gerrit Bauer und Walter Müller (2009): On the Comparative Measurement of Supervisory Status using the Examples of the ESS and the EU-LFS. In: Birgit Pfau-Effinger, Sladana Sakac Magdalenic und Christof Wolf (Hg.): International vergleichende Sozialforschung. Ansätze und Messkonzepte unter den Bedingungen der Globalisierung: 173-206. Wiesbaden: VS-Verlag.

Kontakt: Bernhard Schimpl-Neimanns

Download der Programme zur Recodierung von ESeC

SPSS Stata
Mikrozensus 2012 [.sps] [.do]