Neuer Blog-Beitrag: Müller & Dräger schreiben über den Zusammenhang von schulischem Bildungerfolg und elterlichem Vermögen

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Der soziale Hintergrund der Eltern beeinflusst den Bildungsstand ihrer Kinder und reproduziert so die soziale Ungleichheit zwischen den Generationen. Dieser Befund ist international bekannt und bestimmt öffentliche und akademische Diskussionen. Doch welche Aspekte von sozialer Herkunft der Eltern sind in diesem Zusammenhang relevant? Bislang hat die Forschung Bildung, Beruf und Einkommen der Eltern als wichtige Determinanten für den Bildungserfolg ihrer Kinder identifiziert. In unserer Studie konzentrieren wir uns auf Vermögen als zusätzlichen Prädiktor. Nicht zuletzt seit Pikettys (2014) Buch ” Das Kapital im 21. Jahrhundert“, in dem der Autor aufzeigte, dass die Vermögensungleichheit in den meisten westlichen Ländern zunimmt, hat das Thema Vermögen größere Aufmerksamkeit erfahren. Wir schauen uns den Zusammenhang zwischen elterlichem Vermögen und den kognitiven Kompetenzen von Grundschulkindern sowie ihrem Übergang in die Sekundarstufe im deutschen Kontext an. Deutschland ist aus mindestens zwei Gründen eine interessante Fallstudie. Erstens ist trotz der Tatsache, dass Bildung weitgehend kostenfrei ist, der Bildungserfolg stark mit der elterlichen Herkunft verknüpft. Zweitens erfolgt in Deutschland die Entscheidung für die Schulform der Sekundarstufe früher als in den meisten anderen Ländern. Diese zwei Faktoren machen eine frühe elterliche Investition in Bildung sehr wahrscheinlich und sollten somit die Vorteile für Kinder aus vermögenden Familien auch in Deutschland erhöhen.

DOI: 10.34879/gesisblog.2020.17

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