Dr. Fabian Flöck

Computational Social Science
Social Analytics and Services

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Current Affairs 2.0

Agenda Setting in the European Union

Bearbeitung: Fabian Flöck
Leitung: Fabian Flöck
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: Abt. Computational Social Science, Team Social Analytics and Services

Projektbeschreibung

Seit ihrer Gründung ist die Europäische Union entlang nationaler, geographischer, kultureller und linguistischer Grenzen in gewissem Maße geteilt; ein Zustand, der die Verbreitung von Wissen, gemeinsamen Standpunkten und gegenseitigem Verständnis behindert. Forschung zur Europäischen Integration suggeriert, dass die Konvergenz nationaler öffentlicher Kommunikationsräume hin zu einer einheitlicheren Abdeckung von Fragestellungen und Themen, die von gemeinschaftlichem Interesse für alle Bürger der Europäischen Union sind, sowie die Bildung einer „Europäischen Öffentlichkeit“ entscheidende Schritte hin zur Entwicklung einer gemeinsamen Europäischen Identität wären.

Unser Projekt macht es sich daher zur Aufgabe, empirisch zu messen, welchen gesellschaftlichen Fragestellungen der höchste Stellenwert zugemessen wird; (i) sowohl von Medienorganisationen, politischen Akteuren und der Öffentlichkeit, (ii) über verschiedene Nationen und Sprachen der Europäischen Union hinweg – als auch, (iii) wie diese Agenden über die Zeit konvergieren oder divergieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, wenden wir die Theorie des Agenda Settings an und entwickeln diese weiter. Obwohl Annahmen des Agenda Settings in verschiedenen Ländern repliziert wurden, gibt es kaum Studien, die Agenden ländervergleichend und über die Zeit betrachten. Auch wurde die Rolle von Onlinemedien zwar adressiert, aber noch nicht umfassend und in großen empirischen Studien betrachtet. Um diese Lücken zu schließen und unsere Leitfrage nach konvergierenden Kommunikationsräumen zu beantworten, erheben und analysieren wir sehr große Datenbestände aus verschiedenen Sprachen und Ländern, bestehend sowohl aus traditionellen Medienberichten und politischen Reden in digital erfasster Form, als auch sozialen Medien (vor allem, aber nicht ausschließlich, Twitter und Wikipedia). Dies wird erstmalig empirische Einblicke auf umfassender Datenbasis gewähren, inwiefern sich Agenden über Sprach­ und Landesgrenzen bewegen, sowie welche Einflussfaktoren in und zwischen verschiedenen geolinguistischen Kontexten, aber auch zwischen den die Agenda­ bestimmenden Akteuren (Politik, Medien, Öffentlichkeit) zum Tragen kommen.

In dieser Art gesellschaftliche Fragestellungen zu identifizieren, zu verfolgen und zu analysieren bedingt die Entwicklung neuster algorithmischer und datenbasierter Online-Methoden. Zu diesem Zweck komplementieren wir traditionelle Methoden zur Messung von öffentlichen und Medien­-Agenden mit State­of-­the-­Art-Ansätzen zu "Multlingual News Story Detection", "Machine Learning Inferenz" von Attributen von Online-­Usern und Identifikation von probabilistischen "Information Pathways". Weiterhin erforschen wir großflächig, inwieweit Daten aus Social Media zur Erfassung einer breiteren öffentlichen Agenda und als Ergänzung von Umfragen dienen können, indem wir länderübergreifend Data Mining auf Social-­Media­Quellen mit Umfragedaten vergleichen. Diese Entwicklungen werden nicht nur unserem speziellen Forschungsziel zu Gute kommen, sondern auch einer Vielzahl von Wissenschaftlern in Computational Social Science. Unser Software-­Code sowie erhobene und verarbeitete Daten werden zudem öffentlich verfügbar gemacht; unsere Ergebnisse im Bezug auf Agenda Setting und neuen Methoden werden primär in interdisziplinären, Open­-Access-Journalen publiziert.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.euagendas.org

 

 

Projektlaufzeit

01.10.2017-30.09.2021

Gefördert durch

Partner

  • University of Michigan
  • Oxford Internet Institute
  • Max Planck Institute for Software Systems